Reisebericht Südwesten der USA – Tag 4

23.04.2014 – Zion National Park

Tagesmeilen: 136
Gesamtmeilen: 220

Abschied vom Valley of Fire

Frühes Aufstehen und zeitige Nachtruhe waren wir inzwischen gewohnt und so hieß es auch diesen Morgen 6:00 Uhr aufstehen. Das Frühstück wurde auf später verlegt, jetzt wollten wir zum Elephant Rock und den Sonnenaufgang sehen. Dieser liegt in der Nähe des östlichen Parkeingangs und ist mit wenigen Schritten zu erreichen. Leider machte uns beim Elephant Rock eine dichte Wolkendecke einen Strich durch die Rechnung. Wir verließen nun das Valley of Fire und fuhren nördlich auf der Northshore Road bis kurz vor Overton. Rechts von der Straße ging ein kleiner Schotterpfad auf die Snowbird Mesa. Ein kleiner unbefestigter Platz wo man auch kostenfrei Übernachten kann. In Nevada ist dies im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten möglich. Die Snowbird Mesa wäre unsere Alternative gewesen, hätten wir im Valley of Fire keinen Platz bekommen. Allerdings muss man wissen, dass diese Plätze auch von Einheimischen genutzt werden den das Leben nicht so wohlgesonnen war. Bei unserer Ankunft standen zumindest ca. 5-10 RVs mit relativ weitem Abstand zueinander auf der Mesa. Es gab keine spektakuläre Aussicht und keinerlei Anschlüsse oder Service auf dem Platz. Wer aber unter Zeitdruck irgendwo unterkommen muss oder nur auf der Durchreise ist, für den kann die Snowbird Mesa sicherlich eine Option sein. Wir wollten hier nur in Ruhe frühstücken.

Frisch gestärkt ging es 8:30 Uhr weiter Richtung Norden zum Zion National Park. Wem unterwegs noch das ein oder andere einfällt vergessen zu haben, der hat in Mesquite nochmal die Gelegenheit sich mit dem Restlichen zu versorgen. Die nächsten Tage werden die Einkaufsmöglichkeiten eher spartanisch ausfallen. Auch wir nutzen die Gelegenheit und bekamen nun auch endlich einen preiswerten Grill für 7 $. Nicht auszudenken die nächsten Tage ohne Grill zu sein.

Weiter ging es Richtung Norden. Die Interstate 15 verließen wir kurz nach St.George und bogen östlich nach Hurricane und Zion Nationalpark ab. Die ersten Berge lockerten die doch eher monotone Wüstenlandschaft auf. Es wurde zunehmend grüner und ab Hurricane fuhren wir entlang des Virgin Rivers bis nach Springdale, dem Tor zum Zion National Park.

Zion National Park

Der Ranger am Eingang informierte uns gleich, dass der Watchman Camground ausgebucht ist, gut das wir eine Reservierung hatten.

Annual Pass

Beim Ranger kauften wir auch gleich unseren National Park Pass / Annual Pass. Für 80 $ erhält man damit ein Jahr lang Eintritt in alle National Parks und Recreational Areas der USA. Eine überaus lohnende Investition, wenn man vor hat wie wir, mehrere National Parks zu besuchen. Der Zion würde pro Tag bereits 25 $ kosten, bei zwei Tagen 50 $ usw. Der Ranger fragte auch gleich wie lange wir bleiben und durch welchen Ausgang wir den Park wieder verlassen wollen. Durch den östlichen Parkausgang wird eine Tunnel Service Gebühr von 15 $ erhoben. Diese wird im Vorfeld entrichtet und man erhält einen Beleg den wir beim Verlassen am Tunnel vorzeigen müssen.

Campsite

Die Umbuchung vom Valley of Fire aus hatte wunderbar funktioniert, die Ranger am Watchman Campground wussten bescheid und erklärten uns bereitwillig den Campground. Wir erhielten einen kleinen Übersichtsplan, in dem Waschhäuschen, Dumpstation usw. eingezeichnet waren. Auch der Weg zu unserer Campsite wurde markiert und abschließend auf das abendlich statt findende Ranger-Programm hingewiesen. Wir erhielten einen Zettel mit dem Abreisedatum, den wir an der Seitenscheibe im Fahrzeug anbringen sollten. Unsere Campsite 58b lang wunderschön gelegen in der Nähe des Virgin Rivers. Hier war es absolut ruhig, man hatte regelrecht den Eindruck mitten in der Natur zu stehen. Nach Errichtung des Lagers ging es dann auch gleich schon wieder los. Kurz vor 16:00 Uhr nahmen wir den nahegelegenen kostenfreien Parkshuttle zur Zion Lodge, von wo aus der Trail zu den Emerald Pools startete.

Shuttle Busse

Die Park-Shuttle-Busse verkehren alle paar Minuten und fahren alle Stationen des Zion Canyon Scenic Drives ab und kehren am Ende der Stichstraße wieder um. Die Fahrt bis zum Ende, dem Temple of Sinawava dauert ca. 45 Minuten.

Stationen:

  • Zion Canyon Visitor Center
  • Zion Human History Museum
  • Canyon Junction
  • Court of the Patriarchs
  • Zion Lodge
  • The Grotto
  • Weeping Rock
  • Big Bend
  • Temple of Sinawava

Zusätzlich zum Park-Shuttle-System fährt eine weitere kostenfreie Buslinie mehrere Stationen in Springdale an. Das Auto kann man also getrost stehenlassen, ab Canyon Junction ist der Scenic Drive sowieso für Autos gesperrt.

Weiterführende Informationen auf: http://www.nps.gov/zion/planyourvisit/shuttle-system.htm

Zion – Emerald Pools

Fotogalerie Wanderung zu den Emerald Pools
Panorama Lower Emerald Pool
Panorama Upper Emerald Pool

Am Virgin River

Der Trail zu den Emerald Pools eignet sich hervorragend für Einsteiger. Die Unterteilung in Lower, Middle und Upper Emerald Pools ist gleichbedeutend mit dem Anstieg der Schwierigkeit. Man kann jederzeit entscheiden, wie weit man gehen möchte und den Trail somit seinen eigenen Gegebenheiten anpassen.

Der erste Teil zu den Lower Emerald Pools ist ein befestigter 0.6 Meilen langer Wanderweg mit geringer Steigung. Die Nähe zum  Virgin River mit dem vielen Grün der umgebenden Vegetation verschafft dem ersten Teil einen ganz besonderen Reiz, bevor man die 23 Meter höher gelegenen Lower Emerald Pools erreicht. Im Vorfeld sollte man sich erkundigen, ob die Emerald Pools überhaupt Wasser führen, in den heißen Sommermonaten kann es durchaus vorkommen, dass diese völlig ausgetrocknet sind. Von den Felskanten fallen leichte Tropfen auf die Besucher bis hinzu kleinen Wasserfällen und Sturzbächen, wenn es vorher ausreichend geregnet hat.

Middle Emerald Pools

Gleich hinter den Lower Emerald Pools beginnt der 1 Meile lange Abschnitt zu den Middle Emerald Pools. Diese liegen weitere 50 Meter höher mit schon wesentlich stärkerer Steigung. Der Trail ist auch nicht mehr befestigt und verläuft meist über grobe Steinstufen mit weichem Pudersand. Am Ziel angekommen kann man von einem kleinen Felsvorsprung die Aussicht in Richtung des Haupt-Canyons genießen, während die Abendsonne beginnt, die Bergspitzen golden einzufärben.

Wer an dieser Stelle noch ausreichen Puste hat, kann den Aufstieg zu den Upper Emerald Pools wagen. In Sachen Schwierigkeit legt dieser 1.5 Milen lange Abschnitt mit seinen 120 Höhenmetern nochmal einiges zu. Die Upper Emerald Pools liegen dicht an den sich senkrecht erhebenden Felswänden des Canyons, welche angenehmen Schatten spenden. Ein willkommende Abwechslung neben dem doch eher sonnigen Aufstieg. Wer es bis hier hoch geschafft hat, sollte die Zeit nicht aus den Augen verlieren.

Mule Deers

Der Rückweg führt über den gleichen Pfad der bergab zwar in der Regel schneller voran geht, aber auch nicht unterschätzt werden sollte. Nahe des Virgin Rivers überraschte uns eine kleine Gruppe Mule Deers die das frische Gras am Flussufer zupften. Die Tiere sind hier absolut nicht scheu was sicher auch daran liegt dass sie nicht gejagt werden. Wer sich ruhig verhält, kann in aller Ruhe Fotos machen, solange man die Fluchtdistanz der Tiere nicht unterschreitet. Es war mittlerweile 19:30 Uhr als wir am Watchman Camground eintrafen. Mit ausgiebigen Fotostopps haben wir für die Emerald Pools ca. drei Stunden benötigt. Den restlichen Abend versüßten wir uns mit einigen Budweisern und kanadischem Whiskey.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 3

22.04.2014 – Valley of Fire

Tagesmeilen: 29
Gesamtmeilen: 84

Von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, begann gegen 6 Uhr unser erster richtiger Womo-Tag. Geschlafen haben wir in dem Camper wirklich gut. Nach einem ausgedehnten guten Frühstück an der frischen Luft starteten wir in den Tag. Auf unserem Vormittagsprogramm stand fürs Erste der Rundweg um den Atlatl Rock. Nach dem Einrollen der Schläuche und dem Verstauen des Stromkabels war unser Camper fast abfahrbereit. Jetzt fehlte nur noch ein Zeichen das dieser Platz bereits belegt war. Dafür haben wir eigens „Campsite occupied“ Schilder angefertigt. Auf der Campsite kann man auch Stühle oder ähnliches stehenlassen, die den anderen Campern dann symbolisieren sollen dass dieser Platz bereits belegt ist. Oder man hängt eben gut sichtbar ein Schild auf, in unserem Fall am Anschlusskasten der Campsite. Spätestens dann sollte auffallen, dass dort schon jemand wohnt.

Die Loop-Road

Fotogalerie Valley of Fire
Arch Rock Panorama

Arch Rock

Nur einige Meter entfernt vom Campground war bereits unser erstes Ziel auf der Loop-Road, die Petroglyphen am Atlatl Rock. Über eine Metalltreppe gelangt man nach wenigen Stufen in die Höhe der jahrtausende alten Felszeichnungen. Das Wort Atlatl kommt von einem hölzernen Stab mit dessen Hilfe einfache Pfeile bis hin zu kleinen Speeren abgeschossen werden konnten. Mit dieser Schleudertechnik wurde dem Pfeil zusätzliche Geschwindigkeit und Kraft verliehen. Wenige hundert Meter um den Atlatl Rock herum zeigte bereits ein kleines Hinweisschild auf die Parkbucht des Arch-Rock. Arch oder Arches sind steinerne Bögen die von Wind und Wasser in tausenden Jahren geschaffen wurden. Dieses Exemplar ist sicher nicht der größte seiner Art aber dennoch einen kleinen Zwischenstopp wert. Um die 20 Meter steht er von der Parkbucht entfernt, wenn man nicht weiß wo man suchen muss, läuft man auch schon mal an ihm vorbei. Er befindet sich ca. in der Mitte oberhalb der Felsformation an der Parkbucht.

Der Loop-Road weiter folgend kommt man an interessanten Felsformationen wie dem Piano Rock, Pagoda Arch oder dem Windstone Arch vorbei. Hier wir die Straße auch schlechter und man muss die Entscheidung treffen, mit seinem großen Womo sich langsam vorwärts zu kämpfen oder zu versuchen kehrt zu machen. Für uns gab es nur einen Weg und es waren ja auch nur wenige hundert Meter bis die Dirt-Road wieder auf richtige Straße trifft.

  • Piano Rock   /   GPS:      36.41928, -114.55944
  • Pagoda Arch   /   GPS:      36.41417, -114.55667
  • Windstone Arch   /   GPS:      36.41246, -114.55399

 

Windstone Arch

Beim Windstone Arch lagen zu unserer Verwunderung Personen in nahegelegenen Felsnischen, eine andere lief immer wieder um einen höheren Felsen herum und trällerte dabei ein Liedchen. Es hatte schon etwas Verrücktes an sich. Vielleicht waren diese Personen einfach auf der Suche nach irgendwelchen spirituellen Energien, wer weiß das schon und Fragen wollten wir sie nicht. Zurück auf befestigter Straße lagen direkt am Straßenrand die sogenannten Beehives, Felsformationen die wie Bienenstöcke aussehen. Durch unseren knapp bemessenen Zeitplan hielten wir uns hier nicht lange auf und erreichten bald darauf wieder den Abzeig zu unserem Campground und somit das Ende der Loop-Road. Als nächsten Punkt steuerten wir unseren Camper in Richtung Mouse’s Tank.

Valley of Fire Scenic Drive

Fire Canyon Panorama
Crazy Hill Panorama

Richtung Visitor Center abgebogen und direkt weiter bis zum ersten Parkplatz. Dieser ist gleichzeitig der Trailhead der kleinen Wanderung durch den Petroglyph Canyon an dessen Ende sich der Mouse’s Tank befindet. Im Canyon selber sind neben der vermuteten Felsenkunst auch im Frühjahr diverse blühende Pflanzen zu sehen, die scheinbar aus dem puren staubfeinen Sand wachsen. Für den kurzen Trail benötigten wir ca. 1 Stunde. Hier ist sprichwörtlich der Weg das Ziel und nicht das kleine steinerne Wasserloch am Ende des Trails.

Es war bereits 13 Uhr als wir zurück beim Womo eine kleine Stärkung gönnten. Jetzt wurde es langsam Zeit, unsere Umbuchung vom Zion Nationalpark anzugehen, schließlich wollten wir ja diese Nacht noch im Valley of Fire verbringen. Auf der Suche nach besserem Netz fuhren wir die paar Meter zum Visitor Center zurück. Mit einem Balken sporadischen Empfangs versuchte ich mein Glück, die Verbindung kam zwar zu stande doch die für meine Englischkenntnisse viel zu schnell sprechende automatische Ansage kombiniert mit schlechtem Empfang war für meine Ohren das Aus. Ich verstand kein Wort. Auf der Suche nach dem Ranger unseres Vertrauens gingen wir schon relativ gut genervt, mit unserer Buchungsbestätigung für den Zion Nationalpark in das Visitor Center vom Valley of Fire. Robin der freundliche Ranger von nebenan war unser Mann. Die Situation kurz erläutert, griff er beherzt zum Telefon und versuchte die Situation zu klären. Nach zwei kurzen Telefonaten hatte er die Sache geregelt und der Watchman Campground im Zion wusste Bescheid, dass wir einen Tag später kommen. Das war wichtig, da bei nicht Erscheinen auch schon mal die ganze Reservierung hinfällig wird. Das Geld für den ersten Tag war damit weg, was uns aber von vorn herein bewusst war und wir zu Gunsten der gewonnen Flexibilität gern in Kauf nahmen.

abstrakte Felsen

Der Abstecher in Richtung Silica Dome war vergleichsweise mittelmäßig. Hält man jedoch gleich zu Beginn der Stichstraße auf der rechten Seite und läuft etwas südlich in die Felsstrukturen hinein, wird man  mit abstrakten Felsskulpturen und surrealem Farbenspiel belohnt. In dieser Gegend befindet sich auch der Fire-Canyon-Arch. Es ist durchaus sinnvoll sich hier etwas mehr Zeit zu nehmen. Hinter jeder Ecke gibt es neue Perspektiven, Farben und Formationen im Überfluss. Das einzige, was es nicht gibt wie auch im ganzen Valley of Fire sind Wasser und Schatten. Kopfbedeckung und Sonnenbrille sollte man also unbedingt dabei haben.

Weiter ging es Richtung White Domes zum Ende des Scenic Drives. Vorbei an den Parkplätzen eins, zwei und drei bis zum White Domes Trailhead. Nach einigen Metern entschieden wir uns aus Zeitgründen den Trail nicht zu laufen und zum Parkplatz drei zurückzukehren. Der Thunderstorm- Arch und der Crazy Hill standen noch auf unserer Agenda. Mit aktiviertem GPS  ging es direkt zu den gesuchten Koordinaten.

Crazy Hill

Der Crazy Hill ist nur von einer bestimmten Seite aus zu sehen. Man muss relativ hoch Position beziehen um die Farbverläufe des Crazy Hill von Rot über Gelb bis Weiß zu sehen. Befindet man sich auf Höhe der Grasbüschel kann man direkt daneben stehen und sieht nichts.

  • Crasy Hill   /   GPS:      36.485095, -114.529930
  • Thunderstorm Arch   /   GPS:      36.48611, -114.53083
  • Fire Chamber   /   GPS:      36.48656, -114.52986
  • Fire Wave   /   GPS:      36.48264, -114.5225

 

Fire Wave

Zurück beim Parkplatz drei startete der Trailhead zur Fire Wave direkt auf der anderen Straßenseite. Mittlerweile ist der Trail mit Markierungen versehen, die auch Touristen ohne GPS direkt zur Fire Wave leiten. Also lange kein Geheimtipp mehr, aber unbedingt sehenswert. Der ca. 1,5 km lange Wanderweg verläuft meistens ebenerdig und ist ein guter Abklang für einen anstrengenden Tag. Auch hier gibt es keinen Schatten. Auch wenn dieser Weg nur 1,5 km lang ist, muß man später wieder zurück. Ein paar Getränke können also nicht schaden. Am Ziel angekommen, wird man belohnt mit einer schön rot leuchtenden Fire Wave. Die beste Zeit für schöne Aufnahmen ist am späten Nachmittag und gegen Abend, wenn die flachen Sonnenstrahlen die geschwungene Welle feuerrot einfärbt. Lohnenswert ist immer eine Person im Bild zu platzieren, um dem Betrachter einen Eindruck der Größe zu vermitteln und den Blick zu lenken. Für diesen Tag sollte es das gewesen sein. Wir fuhren zurück zum Atlatl Rock Campground und bezogen wieder Quartier. Trotz der eher angenehmen Temperaturen im oberen Bereich der zwanziger haben wir uns vor allem die Ohren und die Lippen verbrannt. Auch wenn uns die Temperaturen zu dieser Jahreszeit nicht sehr hoch vorkamen und immer ein angenehmes Lüftchen wehte, es hat ausgereicht uns so zu verbrennen das wir noch die gesamte Reise was davon hatten.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 2

21.04.2014 – Womo Pickup

Tagesmeilen: 55
Gesamtmeilen: 55

Heute haben wir Großes vor. Wir bekommen unser Wohnmobil. Aufgeregt hüpfen wir bereits 6.30 Uhr aus dem Bett. Die geplante Fahrzeugübergabe (Pickup) soll zwischen 13 und 14 Uhr stattfinden. In der Hoffnung, unser Womo (Wohnmobil) etwas früher zu bekommen, haben wir eine Mail an die Roadbear-Zentrale geschickt. In einschlägigen Foren (www.womo-abenteuer.de) hatten wir gelesen, dass diese Möglichkeit bestehen könnte wenn man früh selbst zur Vermietstation fährt.

Frühstück im Excalibur

Motiviert von diesem Gedanken gehen wir erstmal frühstücken. Für üppige 17$ pro Person gewährt uns die nette Dame Einlass und geleitet uns an einen der vielen leeren Tische. Am warmen Buffet findet wirklich jeder etwas. Der Duft von frischen Eiern und gerösteten Brot liegt in der Luft. ich begebe mich gleich auf die Suche. Eier gibt es in vielen Variationen von eklig bis essbar sowie Salat und Obst so viel man möchte. Im Frühstückssaal gibt es außerdem WLAN und somit vielleicht endlich eine Nachricht von Roadbear, die uns unsere zeitige Übernahme bestätigen. Der Blick auf das Tablet bringt die Ernüchterung, keine Nachricht von unserem Vermieter. Wir entschließen uns anzurufen, da wir uns heute Morgen sowieso melden sollen. Leider ist die frühe Übernahme nicht möglich, wir werden daher planmäßig gegen 12:30 Uhr vom Hotel am Nebeneingang abgeholt, heißt es. Na toll, aber was soll’s.

Luxor

Jetzt haben wir noch 2½ Stunden Zeit bis wir um 11 Uhr spätestens auschecken müssen. Wir beschießen, ein wenig durch die nahegelegen Hotels zu schlendern. An den tausenden von Spielautomaten vorbei, gelingt es uns schließlich dem Irrgarten aus Lichtern und Geräuschen zu entkommen. Zwei Straßenüberquerungen weiter stehen wir vor der großen schwarzen Pyramide. Das Luxor-Hotel thematisiert das alte Ägypten, aber auch andere Formen bspw. mittelamerikanischer Pyramiden flossen in die Gestaltung mit ein. Drinnen wieder die üblichen Verdächtigen. Spielautomaten soweit das Auge reicht. Black-Jack, Roulette und Sportwetten zupfen am Geldbeutel eines jeden Spielers. Im oberen Bereich der Pyramide können einige Ausstellungen besucht werden. Wir bummeln weiter durch die Gänge und bemerken kaum wie wir von einem Hotel zum Anderen wechseln. Erst als die Gestaltungselemente wechselten, erkennen wir, dass wir bereits im Mandalay Bay sind. Schon drängt uns auch die Zeit zur Umkehr. Für den Rückweg nutzen wir  die kostenfreie Tram, die zwischen Excalibur, Luxor und Mandalay Bay verkehrt, denn zu Fuß würden wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen.

kostenfreie Tram

Nun aber flinke Füße, wir haben nur noch 10 min die Koffer zu holen und auszuchecken. Die Koffer hatten wir gleich nach dem Frühstück wieder reisefertig gepackt. Das Auschecken aus dem Hotel gestaltet sich als ausgesprochen simpel: Einfach die Zimmerkarte in den Schlitz einer dort stehenden Kiste stecken und fertig. Die Amerikaner mögen es halt bequem und das ist auch gut so denn für Anstellen und persönlich Auschecken war hier keine Zeit mehr. Wir haben jetzt noch mehr als eine Stunde, bis unser Shuttle kommt. Mit unseren Koffern sind wir natürlich alles andere als mobil. Wir verbringen die letzten Minuten auf den Lümmelpolstern in der Nähe des Eingangs und genießen noch einen leckeren Starbucks Kaffee. Die letzten Grüße an Freunde und Verwandte werden geschrieben und schon ist unser Shuttle da um uns abzuholen.

Bei Roadbear beginnen wir auch gleich mit den Übernahmeformalitäten. Für die Kaution sollen 1000 $ auf der Kreditkarte geblockt werden, das wussten wir. Aus diesem Grund haben wir extra eine Karte mit großem Verfügungsrahmen abgeschlossen. Was wir nicht wussten, der Fahrzeugmieter und der Karteninhaber müssen die gleiche Person sein. Und, wer hätte das gedacht, in unserem Fall natürlich nicht so. Die nette, schweizerdeutsch sprechende Chefin weißt uns auf das amerikanische Gesetz hin und will uns so nicht das Wohnmobil geben. Eine leichte Panik macht sich breit. Nach einer kleinen Telefonorgie mit den Notfallrufnummern unserer Bank haben wir versucht, den Spielraum der von Roadbear gewünschten Karte freizuräumen. In einer Stunde sollen wir es dann nochmal versuchen, dann sollte es gehen. Zwischenzeitlich hat uns die Chefin den Camper erklärt, wie Wasser aufgefüllt wird, Heizung, Generator, Schwarz- und Grauwassertank, Stromanschluss und anderes wurden in ca. 30 min Einweisung erklärt. Das alles stand aber auch noch in dem dicken serienmäßigen Roadbear-Handbuch, falls man mal was vergessen sollte. Gebucht haben wir über SK-Touristik und so zählten  neben der Toilettenchemie-Erstausstattung, Handtücher und Bettwäsche auch Campingstühle und Tisch zu unserer Ausstattung. Das ist nicht immer selbstverständlich wie wir im weiteren Verlauf unserer Reise erfahren sollten.

Die Stunde Wartezeit unserer Bank ist um und voller Erwartung zieht die Chefin die Karte durch, um die geforderten 1000 $ Kaution zu blocken. Leider ohne Erfolg. Scheinbar haben wir eine sehr vertrauenserweckende Ausstrahlung. Die Stations-Chefin machte glücklicher Weise eine Ausnahme und akzeptierte eine unser anderen Karten, die beim ersten Durchziehen auch gleich funktionierte.

Erleichtert rollen wir gegen 15 Uhr auf den Parkplatz des nächstgelegenen Walmarts, um uns für die kommenden 5-6 Tage einzudecken. Es macht durchaus Sinn, sich im Vorfeld über benötigte Vorräte und Mengen Gedanken zu machen, um einerseits weniger zu vergessen und andererseits nicht noch mehr Zeit in Supermärkten zu vergeuden. Es sei denn, man möchte unbedingt im Dunkeln aus der Stadt fahren oder noch eine Nacht in Las Vegas bleiben. Die Größen von Kühlschrank und Eisfach sollten hier auch in die Kaufentscheidungen mit einfließen. Wir irren durch die Regale. Wir müssen auf die Einheimischen wirken wie Menschen die noch nie einen Supermarkt gesehen haben. Das Angebot erschlägt uns förmlich. Trotz relativ guter Vorbereitung brauchen wir für unseren ersten Einkauf im Land der bunten Torten und großen Verpackungen satte zwei Stunden. Zweihundert Dollar leichter geht es nun endlich in Richtung Valley of Fire. Von meinem Plan, heute schon etwas vom Tal des Feuers zu sehen, kann ich mich wohl verabschieden. Es ist bereits 17 Uhr, als wir auf dem Boulder Highway nördlich die ersten Meter machen.

Valley of Fire

Nach ca. 40 Meilen nördlich auf der Interstate 15 biegen wir rechts auf den Valley of Fire– Highway ab und erreichen bald darauf den westlichen Eingang. Die Fee-Station ist nicht besetzt, somit ist selber Zahlen angesagt. Bezahlt wird in den State und Nationalparks Pro Auto, die Gebühr von 10$ für den Valley of Fire State Park reist kein allzu großen Loch in unsere Kasse. Das Geld legt man in einen vorgedruckten Umschlag, den man vorzugsweise vorher ausfüllt. Daten vom Fahrzeug wie Nummernschild, Typ, Land, Anzahl der Erwachsenen und Anzahl der Übernachtungen müssen so gut wie immer eingetragen werden. Zum Schluss wird alles zugeklebt und die Seriennummer des Umschlags abgerissen. Der Zettel mit der Seriennummer wird gut sichtbar an der Frontscheibe des Campers angebracht, er dient der Zuordnung des Fahrzeugs zum entsprechenden Umschlag mit dem Eintritt.

Fee Umschlag

Als Tagesziel müssen wir nun ein Nachtlager finden. Vorzugsweise soll es der Atlatl Rock Campground sein, leider konnte dieser nicht im Vorfeld reserviert werden, da er zu den „first come first served“ Campgrounds gehört, was so viel bedeutet wie, wer zuerst kommt malt zuerst. Wir haben Glück, der freundliche aber etwas verwahrloste Campground-Host hat noch das ein oder andere Plätzchen frei. Wir sollen uns die Site (Platz) anschauen und dann an der Fee Station bezahlen, sagt er. Pro Nacht soll die Site 20$ kosten, dafür bekommen wir einen Platz mit Strom- und Wasseranschluss. Da wir noch nichts gesehen haben und wir nächsten Mittag nicht gleich weiter Richtung Zion wollten, entschließen wir uns gleich noch einen weitere Nacht hier zu bleiben. Für den Zion Nationalpark hatten wir drei Nächte reserviert und schon bezahlt. Die erste Nacht wollten wir flexibel dem Valley of Fire zuschreiben, wenn wir den Camper erst sehr spät übernehmen konnten. Genau so hatte es sich ja nun auch ergeben, und wir sind jetzt froh, diesen Spielraum zu haben. An der Fee Station bedeutet das 40$ für die Übernachtungen und nochmal 10$ Parkeintritt für den zweiten Tag. Den Zettel mit der Seriennummer vom Eingang des Parks legt man einfach als Zahlnachweis in den Umschlag mit hinein, ein verketteter Vorgang sozusagen.Fee Umschlag

 Es ist mittlerweile 18:30 Uhr. Das letzte Sonnenlicht lässt die Felsen um den Atlatl Rock herum in sattem Rot erstrahlen, ein wirklich schöner Platz für einen Campground. Wir nutzen das letzte Licht, um noch ein wenig die nähere Umgebung zu erkunden und uns die Beine zu vertreten. Nach wenigen Minuten ist das Licht bereits weg und wir gehen zurück zum Camper. Die Sachen wollen noch ausgepackt werden und gegessen haben wir auch noch nichts. Gegen 21 Uhr gehen wir geschafft ins Bett und treten unsere erste Nacht im Wohnmobil an.

Route Teil2

Route Teil1