Reisebericht Südwesten der USA – Tag 10

29.04.2014 – Canyonlands / Island in the Sky

Tagesmeilen: 58
Gesamtmeilen: 787

Die Qual der Campground-Wahl

Dead Horse Point Campground
Willow Flat Campground

Wie immer starteten wir relativ früh. Dieser Tag sollte ganz im Zeichen von Canyonlands Island in the Sky stehen. Doch vorerst galt es sich um das heutige Nachtlager zu kümmern. Für unseren Camper kamen da nur zwei Campgrounds in Frage. Zum einen der im Dead Horse Point State Park gelegene gleichnamige Campground und zum anderen der kleinere tiefer in Canyonlands gelegene Willow Flat Campground. Für uns idealer gelegen war der Willow Flat Camground. Mit seinen 12 Plätzen ist er eher der Winzling unter den Campgrounds und kann zu dem auch nicht reserviert werden. Auf Grund seiner Nähe zum Mesa Arch bot er uns aber beste Voraussetzungen, den morgigen Tag mit dem Sonnenaufgang am Mesa Arch zu beginnen. Wer einen der 12 Plätze ergattern möchte, sollte also früh los. Um 8 Uhr waren wir abfahrtbereit und rollten vom Archview Campground los. Wenige Meter südlich bogen wir schon rechts auf die 313 nach Canyonlands ab. Nach 14,5 Meilen teilte sich die Straße, links ging es ab Richtung Dead Horse Point, wir fuhren noch weitere 7 Meilen geradeaus bis zum Visitor Center und machten unseren obligatorischen ersten Halt.

Der Canyonlands National Park verdankt seine einzigartige Gestalt überwiegend der unermüdlichen Arbeit zweier Flüsse. Der Green River und der Colorado haben sich über mehrere hundert Meter tief in den Fels gefressen und den Park in 3 Sektionen unterteilt. Die nördlich gelegene Island in the Sky, den südlichen Needles District und den kaum zugänglichen westlichen Maze District. Der Island in the Sky District ist begrenzt durch den Green River im Westen und dem Colorado im Osten. Wie eine Insel im Himmel überragt die Hochebene das stark zerklüftete Land. Dessen Höhendifferenz zum Flussbett des Colorado stolze 700 Meter beträgt.

Vom Visitor Center aus waren es nur noch 7,7 Meilen bis zum Willow Flat Camground. Wir hatten Glück, es waren noch 2 Plätze frei. Die Bezahlung erfolgt wie gewohnt über Umschlag und Self Pay Station. Wir parkten probehalber kurz ein und vergewisserten uns für unser Motorhome ausreichend Platz zu haben. Jede Site verfügte über eine Feuerstelle und einen überdachten Tisch mit Bänken. Neben der zentralen Toilette (Plumsklo) war es das aber auch schon an Ausstattung. Als staatlicher Campground ist er mit 10 $ dafür aber auch wieder überaus günstig. Wer abends nicht wieder aus dem Park heraus fahren möchte, hat auch kaum einen Wahl. Gleich beim Campground gelegen, nur ein Stück die Straße weiter, befindet sich der Green River Overlook. Wir nahmen uns kurz die Zeit und rollten bergab um die Schleifen des Green Rivers in Augenschein zu nehmen. Zum Sonnenuntergang soll dieser Viewpoint besonders schön sein.

Upheaval Dome

Fotogalerie Canyonlands Island in the Sky

Unser nächster Stopp führte uns nord-westlich zum Upheaval Dome, dessen Krater ca. 1,4 km im Durchmesser misst. Zu seiner Entstehung gibt es zwei Theorien. Zum einen sollen unterirdische Salzablagerungen darüberliegende Sandsteinschichten nach oben geschoben haben und so den Krater schufen, die zweite Theorie besagt dass der Krater durch einen Meteoriteneinschlag entstanden ist. Die Kurze Wanderung führt über zwei Aussichtspunkte am Rand des Kraters entlang. Die Steigung ist gering und die Strecke kurz. Bis zum zweiten Overlook sind es ca. 1,5 km. Ungefähr in der Mitte gibt es bereits einen ersten Overlook, der zweite bietet aber unserer Meinung nach den besseren Blick auf den Upheaval Dome.

Höhenunterschied: 45 m
Länge 3 km
Zeitbedarf: 1-2 Stunden
Ausrüstung: feste Schuhe, Sonnenschutz, Wasser
Beste Zeit: Frühjahr und Herbst, Vormittags bzw. später Nachmittag
GPS: 38.426583, -109.925110

Holeman Spring Overlook

Holeman Spring Overlook

Holeman Spring Overlook 360° Panorama

Auf unserer Rückfahrt Richtung Willow Flat Campground hielten wir noch beim Holeman Spring Canyon Overlook. Der Seitenstreifen wurde an dieser Stelle etwas verbreitert so dass man bequem den Camper darauf abstellen kann. Ein paar Schritte zum Rand und uns eröffnete sich ein atemberaubendes Panorama mit Blick auf den Candle Stick Tower.

GPS: 38.411922, -109.904772

Mesa Arch

Mesa Arch

360° Panorama mit Blick vom Mesa Arch

Die Mittagspause verbrachten wir auf unserem Campground. Während wir den Grill anheizten, konnten wir beobachten wie immer wieder Wohnmobile durch den Campground fuhren, in der Hoffnung noch einen Platz zu finden. Gut das wir bereits Früh unseren Platz hatten. Gegen 15 Uhr setzten wir unsere Besichtigung fort und fuhren zum benachbarten Mesa Arch. Die 0.8 km lange Wanderung stellt nahezu keine Ansprüche an Ausrüstung und Kondition. Das ist auch der Grund warum Touristen hier teilweise Busweise angekarrt werden. Der ca. 28 Meter lange Arch steht direkt am Abgrund des 365 Meter tiefen Buck Canyons. Durch seine niedrige Position umrahmt er nahezu perfekt das White Rim Country und die meist schneebedeckten La Sal Mountains und präsentiert jedem Besucher einen herrlichen Blick.

GPS: 38.389435, -109.868545

Grand View Point

Grand View Point

360° Panorama vom Buck Canyon Overlook
360° Panorama vom Grand View Point

Im schönen Nachmittagslicht fuhren wir südlich auf der Grand Viewpoint Road und nutzten jede Gelegenheit einen Blick über die Kante zu riskieren. Die bekannten und mit Parkmöglichkeiten versehenen Aussichtspunkte sind der Buck Canyon Overlook, der White Rim Overlook und der Grand View Point Overlook. In dieser Reihenfolge haben wir uns bis zum letzten und schönsten Grand View Point Overlook durchgeschlagen. Den kurzen Wanderweg zu einer vorgelagerten Landzunge sollte man unbedingt mitnehmen. Das Panorama ist eines der schönsten im ganzen Park. Das uns zu Füßen liegende Great Basin mit seinen zerklüfteten Canyons ist gerade zum Sonnenuntergang besonders Reizvoll. Unsere Wahl viel auf die zweite Möglichkeit einen traumhaften Sonnenuntergang zu erleben. Der Green River Overlook ist neben dem Grand View Point einer der Hauptanlaufpunkte zu dieser Tageszeit.

Buck Canyon Overlook GPS: 38.345884, -109.861054
White Rim Overlook GPS: 38.323336, -109.850067
Grand Viewpoint GPS: 38.310829, -109.856648

Green River Overlook

Green River Overlook

360° Panorama vom Green River Overlook

Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir am Green River Overlook zurück. Jeder suchte sich ein gemütliches Plätzchen und wartete auf das beginnende Schauspiel der untergehenden Sonne. Mit letzter Kraft tauchte sie die steilen Klippen in ein goldenes Licht. Die kräftigen warmen Farbtöne zaubern jedem Fotografen ein kleines Lächeln ins Gesicht. das Warten hatte sich gelohnt. Nachdem die Sonne für uns nur noch Schatten übrig hatte, traten wir den Rückweg an und begaben uns zum Wohnmobil. Es war reichlich frisch geworden. Zum Abschluss des Tages entzündeten wir ein kleines Lagerfeuer und erfreuten uns an den heute erlebten Impressionen.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 9

28.04.2014 – Von großen Erdfalten und versteinerten Goblins

Tagesmeilen: 192
Gesamtmeilen: 729

Capitol Reef National Park

Fotogalerie Capitol Reef National Park

Capitol Reef National Park

Die Nacht ist sehr frisch gewesen, selbst am Morgen lagen die Temperaturen nur bei 5°C. Getreu dem Motto, wer friert muss sich bewegen, trieb es uns um 7 Uhr aus den Federn. Getankt hatten wir gestern schon, so konnten wir nach einem ausgiebigen Frühstück die Anker lichten. Bis zum Capitol Reef National Park war es nicht mehr weit. Ein paar Meilen östlich von Torrey erblickten wir bereits die ersten Felsklippen. Die Morgensonne zauberte mit den ersten Strahlen wunderschön kräftige Farben auf die roten Klippen aus Wingate Sandstein. Gemischt mit den weißen Domen aus Navajo Sandstein verleihen sie dem Park schon eingangs sein außergewöhnliches Erscheinungsbild. Vom guten Licht getrieben nutzten wir den links ausgeschilderten Panorama Point für einen kleinen Fotostop.

Vielleicht an dieser Stelle etwas zu unserem Zeitplan. Viele Touristen schenken dem Park nicht viel Aufmerksamkeit und fahren mehr oder weniger nur durch ihn hindurch. Wir wollten das nicht tun und uns wenigstens einen halben Tag gönnen. Heute Abend wollen wir noch einen Campground kurz vor Moab erreichen und vorher optional dem Goblin Valley State Park einen kurzen Besuch abstatten. Ein straffer Zeitplan also, wenn man bedenkt das wir noch knapp 200 Meilen fahren müssen.

Kurz nach unserem Fotostop erreichten wir das Visitor Center, welchem wir wieder einen obligatorischen Besuch abstatteten. Das Informationsangebot in den Visitor Centern ist in jedem Park ausgesprochen gut. Neben diversen Pins und anderen Andenken kann man hier auch gute Informationen zur Wetterlage, Tagesaktivitäten oder aktuellen Gegebenheiten abgreifen. Kartenmaterial und Flyer sind immer kostenlos für jeden erhältlich.

Capitol Reef – Hickman Bridge Trail

Hickman Bridge 360° Panorama
Hickman Bridge Fotos

Hickman Bridge

Durch die geografischen Gegebenheiten und damit verbundenen Sonnenstände beschlossen wir erst später den Scenic Drive zu fahren und davor die Wanderung zur Hickman Bridge anzugehen. Der Trailhead befindet sich ca. 2 Meilen östlich vom Visitor Center auf der linken Seite des Highway 24. Der Parkplatz ist relativ groß und mit einfachen aber sauberen Toiletten (Plumsklos) ausgestattet. Neben dem Hickman Bridge Trail startet hier auch der längere, schwierigere Rim Overlook Trail. Die ersten Schritte geht es entlang dem Freemont River, dem die Morgensonne ein goldenes Glitzern auf die Wasseroberfläche zeichnet. Nach den ersten Stufen wurde es wieder flacher. An verschiedenen Stellen lagen Boulders, ca. 30 cm große, schwarze Steinkugeln, verstreut in der Gegend herum. Von hier aus eröffnete sich auch ein schöner Blick auf den sich prominent erhebenen Capitol Dome. Bald darauf erreichten wir die Kreuzung von wo aus rechts der Rim Overlook Trail abzweigt. Die Temperaturen waren wieder auf einem angenehmen Niveau angekommen und brachten uns sogar etwas ins Schwitzen. Zu unserer Zeit konnten wir auch überall Wildblumen in ihrer vollen Blütenpracht bewundern die die sonst so karge Landschaft mit vielen Farbtupfern bereicherten. Es ging weiter leicht bergauf bis wir kurze Zeit später den Einstieg zum Wash, einem trockenen Flussbett, erreichten. Der Boden des Wash’s war relativ sandig, hier und da waren kleine Unterspühlungen und Höhlen, die darauf warteten entdeckt zu werden. Eine Zeit lang liefen wir im Wash weiter bis der Trail auf der linken Seite gemächlich bergauf aus dem Flussbett herausführte. Der Untergrund wechselte wieder von Sand zu festem Gestein. Nach kurzer Zeit konnten wir die ersten entfernten Blicke der nord-östlich gelegenen Hickman Bridge erhaschen. Bald darauf teilte sich der Trail zu einer Art Rundkurs der auf der rechten Seite unter der Brücke hindurch führte und dahinter wieder zu diesem Punkt zurückkehrte. Da war sie nun, unsere erster große Steinbrücke war zum Greifen nahe. Um diesen Moment auszukosten, legten wir vor der Brücke eine ausgiebige Pause ein und genossen dieses imposante Bauwerk der Natur. Der Rückweg führte uns unter der Brücke hindurch hinter den Felsen herum. Ein gelegentlicher Blick nach hinten eröffnete uns dabei immer neue Perspektiven der Brücke und der umgebenen Landschaft. Der Rückweg verlief auf gleicher Strecke. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir wieder unseren Camper und beendeten diesen kurzen und schönen Trail zur Hickman Bridge.

Höhenunterschied: 130m
Länge 2.2 Meilen
Zeitbedarf: 1-2 Stunden
Ausrüstung: Feste Schuhe, Sonnenschutz, Wasser
Beste Zeit: Frühjahr und Herbst, Vormittags bzw. später Nachmittag
Trailhead: 2 Meilen östlich vom Visitor Center
GPS: 38.288667, -111.228506

Capitol Reef – Scenic Drive

Es war langsam Mittagszeit, die Sonne hatte die Klippen entlang des Scenic Dirves längst passiert als wir wieder zum Visitor Center zurück fuhren. Unsere Zeit im Capitol Reef National Park neigte sich langsam dem Ende entgegen aber den Scenic Drive wollten wir unbedingt noch mitnehmen. Die ca. 16 km lange Stichstraße beginnt direkt hinter dem Vistior Center und verläuft in Nord-Süd Richtung. Die malerischen Obstgärten in diesem Bereich bieten eine willkommene Abwechslung. Die Obstbäume wurden ursprünglich von den Mormonen zur Eigenversorgung angepflanzt und später auch als Einnahmequelle genutzt. Boden und Klima lassen hier vornehmlich Äpfel, Aprikosen, Pfirsiche, Birnen und Kirschen gedeihen. Das hier gelegene Clifford Farmhouse bzw. dessen Scheune bieten ein hervorragendes Fotomotiv vor dem Hintergrund der rot leuchtenden Felsen. Die Giffords verließen 1969 als letzte Bewohner Fruitas das Anwesen und verkauften ihre Ländereien dem National Park Service. Nach der Restaurierung kann das Haus heute als Museum besichtigt werden.

Kurz danach liegt linker Hand der Fruita Camground. Mit seinen 71 Stellplätzen für Wohnmobile gehört er zu den First come first served Campgrounds und kann demnach nicht reserviert werden. Daher ist es immer angebracht, bereits am Vormittag vor Ort zu sein um sich rechtzeitig einen Platz zu sichern. Er bietet eine minimale Ausstattung. Dazu gehört eine zentrale Wasserversorgung sowie Gemeinschaftstoiletten ohne Duschen. Dafür liegt die Gebühr für eine Nacht bei gerademal 10 $ und das bei einer wirklich traumhaften Lage. Gleich gegenüber befindet sich der kurze und relativ steile Cohab Canyon Trail, dieser verläuft in den gleichnamigen Canyon und bietet sehenswerte Aussichten auf Fruita und die umgebene Landschaft. Wenige Meter hinter dem Camground befindet sich die Mautstation des Scenic Drives. Für Besitzer des National Park Passes wird keine Gebühr erhoben, alle anderen müssen per Umschlag 5 $ pro Fahrzeug bezahlen.

 http://www.nps.gov/care/planyourvisit/scenicdrive.htm

 Wir folgten den Scenic Drive weiter in südlicher Richtung. Direkt neben uns auf östlicher Seite verlief die Lange Felskante mit den klar zu erkennenden unterschiedlichen Gesteinsschichten. Ungefähr 2 Meilen hinter dem Campground erreichten wir den Abzweig zum Grand Wash.

 GPS: 38.256216, -111.232839

 Wer zum Trailhead des Grand Washs möchte, muss an dieser Stelle noch die 2 Meilen auf der Dirt Road (nicht asphaltierte Straße) zurücklegen. Der 4 Meilen lange Trail führt vorbei an den majestetisch steil aufragenden Felswenden bis hin zum Highway 24. Wir folgten dem Scenic Drive nach Süden. Die Straße schlängelt sich durch leicht hügeliges Gebiet in dessen Senken man getrocknete Flussbetten der letzten Flash Floods erkennen konnte. Wo die Möglichkeit sich bot, stoppten wir um diese malerische Kulisse fotografisch festzuhalten. Nur 4,5 Meilen hinter dem Grand Wash Abzweig erreichten wir das Ende des Scenic Drives mit einem kleinen Parkplatz und einem Toilettenhäuschen.

GPS: 38.208620, -111.194404

An dieser Stelle hat man die Möglichkeit hinter einer Schranke noch 3 Meilen der Dirt Road zur Capitol Gorge zu folgen. Eine schmale Schlucht umgeben von hohen Felswänden. Nur zur Mittagszeit fällt etwas Licht in die Schlucht, was sie den Rest des Tages im Schatten liegen läßt.

Wir pausierten hier etwas bevor wir mit unserem Camper den Rückweg angetreten haben. Der Rückweg hatte nochmal seinen ganz eigenen Reiz, da er die Landschaft in einer ganz anderen Perspektive präsentierte. In Summe haben wir für den Scenic Drive ca. 1,5 Stunden benötigt. Wer nicht viel Zeit für diesen Park eingeplant hat, sollte zumindest den Scenic Drive befahren um so wenigstens etwas von dieser reizvollen Landschaft mitzunehmen.

Nachdem wir den Scenic Drive verlassen hatten, begleiteten uns die steilen Felsklippen noch ein Stück bis wir letztlich aus dem Capitol Reef National Park heraus fuhren. Dem Highway 24 folgend Richtung Osten erreichten wir Hanksville, ein kleines Örtchen mit einem Supermarkt. Hier wollten wir unsere Vorräte auffrischen. Leider bekam die Inhaberin erst wieder gegen 17 Uhr neue Ware, weswegen wir uns nur mit wenigen Dingen versorgen konnten. Unter anderem nutzen wir die Gelegenheit, uns mit amerikanischem Dosenfleisch (SPAM) einzudecken.  In Hanksville biegt die 24 in nördlicher Richtung ab. Wir folgten diesem Verlauf bis nach ca. 20 Meilen rechts die Temple Mountain Road zum Goblin Valley abzweigt.

Goblin Valley State Park

Goblin Valley Fotos
Goblin Valley 360° Panorama 1
Goblin Valley Panorama 2

Goblin Valley State Park

Es war erst Nachmittag und wir hatten somit noch genug Zeit für einen Abstecher zum Goblin Valley State Park. Nach weiteren 5 Meilen bogen wir links auf die Goblin Valley Road ab, die uns bis zu unserem Ziel führte. Zwischendurch kamen wir unweigerlich am örtlichen Visitor Center vorbei. Da State Parks nicht im National Park Pass mit eingeschlossen sind, verrichteten wir gern unseren Eintritt von überschaubaren 8 $ pro Fahrzeug.

Kennzeichnend für das Goblin Valley sind die über 1000 pilzartigen Gebilde, die wohl auch an kleine Kobolde erinnern. Die verschiedenen interessanten Formationen und Gebilde machen dieses Tal zu einem Eldorado für Fotografen. Besonders Panoramaaufnahmen machen sich gut in diesem Tal. Die beste Zeit für schöne Urlaubsfotos ist der frühe Vormittag oder späte Nachmittag. Die Sonne steht dann noch relativ niedrig am Himmel und wirft schöne Schatten zwischen den Goblins. Um einen Eindruck zu gewinnen reichen in der Regel 1-2 Stunden. Wer das Gebiet aber noch ausgiebig erwandern möchte, sollte hier weitaus mehr Zeit einplanen. Richtig eintauchen in die Umgebung kann man aber erst, wenn man zwischen den großen, steinernen Pilzen steht und die einzigartige Atmosphäre auf sich wirken lässt.

Zurück auf dem Highway 24 legten wir die letzten 76 Meilen bis kurz vor Moab ohne weitere Stopps zurück. Unser Ziel war der Archview RV Resort & Campground. Nahe der Eingangsstraße 313 gelegen, war der Campground ein idealer Ausgangspunkt für unser nächstes Ziel.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 8

27.04.2014 – Kodachrome Basin / Highway No 12 / All American Road

Tagesmeilen: 112
Gesamtmeilen: 537

Kodachrome Basin State Park

Fotogalerie Kodachrome Basin State Park

Kodachrome Basin State Park

Das schlechte Wetter hatte sich über Nacht verzogen und so begrüßte uns der Morgen mit einem strahlend blauen Himmel. Um 9.00 Uhr brachen wir unser Lager ab. Doch bevor wir den Kodachrome Basin State Park verlassen, wollten wir wenigstens eine kleine Wanderung in diesem schönen Park unternehmen.

Die charakteristischen Elemente für diesen Park bilden die grauweißen und roten Sandröhren deren Höhe bis an die 60 m Marke heranreicht. Anders als die Hoodoos im Bryce Canyon, entstanden diese Sandröhren durch heraufgedrücktes Wasser aus darunterliegenden Gesteinsschichten. Mit dem Wasser wurde Material in die höherliegenden weicheren Schichten gepresst und härtete zu einer Betonartigen Masse aus. Durch Erosion wurde das weichere Material um die ausgehärteten Säulen herum abgetragen. Was übrig geblieben ist, waren die Steinsäulen wie wir sie noch heute bewundern können. Neben den Steinsäulen erstahlen die  anderen Felsformationen in weißen, gelben, rötlich bis braunen Farbtönen was diesem Park seinen einzigartigen Charm verleiht. Eine Expedition der National Geographic Society erkundete im Jahre 1948 das Gebiet und veröffentlichte einen Artikel im National Geographic Magazin in dem das Gebiet Kodachrome Flat benannt wurde. Namensgebend war der farbsatte Kodachrome Diapositiv Film der Marke Kodak. Im Jahr 1962 wurde der Park jedoch unter dem Namen Chimney Rock State Park eingerichtet weil juristische Folgen bei der Verwendung des Markennamens befürchtet wurden. Einige Jahre später erteilte die Kodak Corporation die Genehmigung zur Verwendung des Markennamens und so konnte die Umbenennung in Kodachrome Basin State Park erfolgen.

Am Abend vorher hatten wir am Straßenrand fertige Bündel Holzscheite gesehen. Der Preis von 5 $ war nahezu überall gleich und so schlugen wir zu. Drei Bündel und 15 $ für die Kasse des Vertrauens und wir hatten endlich Brennholz für ein ausgiebiges Lagerfeuer.

Wir fuhren zunächst wenige Meter Richtung Parkausgang. Auf der linken Seite befindet sich ein kleiner Parkplatz. Der Panorama Trail beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Natürlich kann es schwer fallen, sich nach dem Bryce Canyon mit seinen unzähligen Hoodoos, für eine eher überschaubare Anzahl von Steinröhren zu interessieren. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Park noch relativ unbekannt ist und immer ein wenig im Schatten der anderen großen Parks steht. Wie wir finden zu Unrecht. Der Panorama Trail selbst ist kein typischer Rundweg mit einer klaren Strecke. Vielmehr sind es mehrere Schlaufen und Verbindungswege, die in ihrer Gesamtheit an die 6 Meilen-Grenze heranreichen. Jedoch hat man dadurch auch die Möglichkeit, die Tour individuell zu verkürzen. Sinnvoll sind in jedem Fall Karte und Kompass und ergänzend ein GPS, wenn es einem wichtig ist, den richtigen Weg einzuschlagen. Wir hatten teilweise Schwierigkeiten, den richtigen Weg zu erkennen. Gelegentlich treffen auch ausgetrocknete Bachläufe und Wegkreuzungen aufeinander, so dass es nicht immer einfach war sich für den richtigen Weg zu entscheiden. Der Boden besteht meisten aus puderfeinem roten Staubsand. Zwar kann man sicher auch in offenen Schuhen gehen, läuft aber Gefahr ständig Sand zwischen den Zehen zu haben. In Verbindung mit etwas Feuchtigkeit wird das zu einer lehmig-klebrigen Substanz, was die Wahrscheinlichkeit einer späteren Entsorgung der Sandalen erheblich anwachsen lässt. Auf dem Trail kommt man an vielen Sandröhren vorbei und erreicht schöne Aussichtspunkte in der Ebene. Vom Zeitbedarf sollte man hier einen Vormittag einplanen. Von den Lichtverhältnissen gibt es meiner Meinung nach keine optimale Tageszeit. Für lange Schatten sollte man relativ zeitig oder eben am späten Nachmittag das Gebiet erkunden. Wenn man nicht gerade zur Mittagszeit unterwegs ist, kann man aber auch an anderen Tageszeit schönen Aufnahmen machen.

Petrified Forest State Park

Fotogalerie Escalante Petrified Forest State Park

Escalante Petrified Forest

Gegen 11 Uhr kehrten wir dem Kodachrome den Rücken und setzen Kurs auf Escalante, einem kleinen Örtchen, das 42 Meilen nördlich auf dem Highway 12 entfernt liegt. Nach etwa einer Stunde Fahrtzeit biegen wir links zum Wido Hollow Reservoir ab. Einem relativ großen Stausee an desens Ufer der Escalante Petrified Forest State Park liegt. Mit 10 $ Eintritt sind wir dabei und können den versteinerten Bäumen einen Besuch abstatten. Bezahlt wird wie immer per Umschlag in der Fee-Station. Noch bevor der Wanderweg beginnt, kann man bereits einen kleinen Parcour von versteinerten Bäumen bestaunen. Der kurze Trail ist am Anfang leicht ansteigend und verläuft dann als Rundweg in nahezu ebenerdiger Lage. Im zweiten Teil konnten wir dann auch versteinerte Bäume finden, welche als Steinrollen halb eingegraben nahe der Wege zu sehen sind. Zum besseren Auffinden der Exponate gibt es eine kurze Wegbeschreibung und Beschilderung entlang des Trails. In ca. ein bis zwei Stunden hat man alle versteinerten Bäume des Trails vor der Linse gehabt. Für den der noch nie versteinerte Bäume gesehen hat, lohnt sich der Abstecher mit Sicherheit. Wer jedoch den Petrified Forest National Park bereisen konnte, der kann sich die Investition in Zeit und Geld getrost sparen.

Highway No 12

Fotogalerie Highway No 12

Nach kurzer Mittagspause ging es auf dem Highway No 12 weiter nördlich. An dieser Stelle soll noch angemerkt sein, sich zumindest im Frühjahr, Herbst und Winter über den Zustand der Straße zu erkundigen. Die Straße verläuft teilweise über 3000 m hoch und es gibt keine Möglichkeiten, gesperrte Abschnitte zu umgehen. Doch nun zurück zum zweiten, weitaus schöneren Teil dieser Strecke. Neben dem Visitor Center gleich in Escalante lohnt sich eine Pause im Kiva Koffeehouse, welches schon lange kein Geheimtip mehr ist. Bei allerlei selbstgebackenen Küchlein und gutem Kaffee kann hier ein schöner Ausblick auf die umliegende Landschaft genossen werden. Zurück auf der Straße überqueren wir wenige Meter weiter den Escalante River. Von hier aus ca. eine Meile weiter biegt links eine kleine Straße ein von wo aus der ca. 6 Meilen lange Trail zu den Lower Calf Creek Falls startet. Ein leichter ebener Wanderweg zu den ca. 40 m hohen Wasserfällen des Calf Creek. Meine Crew konnte ich aufgrund der zwei bereits absolvierten Touren nicht mehr überzeugen, diesen schönen Trail zu erkunden. Vermutlich würde ich unter heutigen Gesichtspunkten den Petrified Forest gegen diesen Trail bedenkenlos eintauschen. Aber so ist das, wenn man nicht weiß was einen erwartet. Ohnehin ist das Grand Staircase Escalante National Monument ein Gebiet, das nur darauf wartet erkundet zu werden. Allerdings ist man gut beraten, wenn man sich für diese Aufgabe ein SUV mit 4WD und ordentlich Bodenfreiheit angemietet hat. Wir hatten nur unseren schweren Camper und so begnügten wir uns mit Zielen nahe der Straße. Kurz von Boulder liegt auf der linken Seite das Anasazy State Park Museum.

http://www.utah.com/stateparks/anasazi.htm

Das Museum ist 7 Tage in der Woche von 8 – 18 Uhr geöffnet. Wer sich für die frühe Geschichte der First Nations interessiert, für den lohnt sich ein Abstecher in das eher kleine Museum allemal. In den Außenanlagen gibt es noch einen kleinen Rundweg wo frühzeitliche Behausungen betrachtet werden können.

Highway No 12

Unserer Weg führte uns immer weiter in höhere Gefilde. Teilweise lag an vereinzelten Stellen noch Schnee. Mit Temperaturen um die 0°C war es hier auch wieder relativ schattig. An den Straßenrändern konnten wir des öfteren Wild bei der Nahrungssuche beobachten. Von einigen Aussichtspunkten aus hat man teilweise einen wunderbaren Blick auf in der Ferne liegende Steinformationen und Gebirgszüge. Kurz vor Torrey, unserem heutigen Etappenziel führt die Straße dann wieder relativ schnell in niedrigere Regionen. Nach einem kurzen Tankstopp fahren wir westlich fast aus Torrey heraus und erreichten 18:30 Uhr unser bereits reserviertes Nachtlager, den Sand Creek RV Park. Der Fruita Campground im 20 Meilen östlich gelegenen Capitol Reef National Park wäre zwar unser Favorit gewesen, dieser lässt sich aber nicht reservieren. Und da wir zu so später Stunde hier aufgeschlagen sind, haben wir den Campgrounds in Torrey den Vorzug gegeben. Für unser heutiges Abendessen wollten wir auf die Annehmlichkeiten der Zivilisation zurückgreifen und entschieden uns in das schräg gegenüberliegende Cafe Diablo einzukehren. Durch unser plumpes eindringen in die Gastlichkeit wurden wir sofort als Touristen enttarnt. Hier wird man platziert. Die Getränke standen schnell auf dem Tisch. Ein Blick in die Karte verriet uns, hier gibt es wenig Essen für viel Geld. Wir bestellten dennoch und genossen unser an der Molekularküche grenzendes, aber wohlschmeckendes Mahl. Wem etwas rustikaleres, einfacheres vorschwebt, der ist sicher ein Stück weiter zurück in Torrey besser aufgehoben.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 7

26.04.2014 – Bryce Canyon

Tagesmeilen: 53
Gesamtmeilen: 425

Wanderung durch die Hoodoos

Sunset Point Panorama
Thors Hammer Panorama
Navajo - Queens Garden Trail Fotogalerie
Queens Garden Panorama
Bryce Canyon Panorama

Thors Hammer

In der Nacht hatte der Regen auch uns ereilt. Dazu war es auch noch relativ windig bei Temperaturen um die 8 Grad über Null. Heute ließen wir es daher etwas ruhiger angehen.  Gegen 9 Uhr haben wir dann doch beschlossen, die 20 Meilen bergauf zur Abbruchkante des Bryce Canyon zu fahren. Oben angekommen, wurde aus dem Regen ein leichter Schneeregen. Mit Hoffnung auf Wetterbesserung wurde erst einmal ausgiebig Souveniers und Postkarten geshoppt. Der relativ große Store im Best Western Ruby’s Inn ist dafür bestens geeignet. Im hinteren Teil ist auch ein kleiner Supermarkt eingerichtet, wo man eine moderate Auswahl an Lebensmitteln vorfindet. Den Großeinkauf sollte man jedoch wegen der relativ hohen Preise bereits erledigt haben. Auf der rechten Seite gibt es das eigentliche Restaurant mit nettem Personal. Gegessen haben wir hier nichts, dafür war es noch zu früh, aber ein Kaffee geht immer. Außerdem kam man so wieder in den Genuss, dass kostenlose WLAN nutzen zu können. Unsere Wetter-App prophezeite gegen Nachmittag eine mögliche Wetterbesserung. Was soll man da machen? Wir zogen uns in das Haus auf Rädern zurück und schrieben Postkarten. Das will schließlich auch erledigt sein. Das WLAN reichte gerade soweit, dass wir den Lieben daheim noch ein paar Grüße und Impressionen schicken konnten. Mittlerweile war nun auch schon Mittagszeit. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Best Western gab es noch ein Canyon Diner, wo wir uns die frisch zubereiteten Burger schmecken ließen. Das Wetter wurde langsam besser und der Wind ließ nach. Wir statteten dem Visitor Center noch einen kurzen Besuch ab, bevor wir uns kurz vor 14 Uhr zum Sunset Point aufmachten.

 Das Wetter war wieder vertretbar, sogar die Sonne kam gelegentlich zum Vorschein. Jetzt wollten wir die Chance nutzen und die Wanderung in die Hoodoos wagen. Wir starteten am Sunset Point abwärts in das Amphitheater hinein. Vorbei an Thors Hammer und anderen bizarren Gesteinsformationen. Nach einigen Serpentinen erreicht man langsam das Grundniveau der Hoodoos. An einigen Stellen wachsen Bäume in den schmalen Zwischenräumen lichtsuchend in die Höhe. Die Atmosphäre in diesem Bereich ist wirklich einzigartig und hat etwas mystisches an sich. Hinter jeder Ecke und Kurve kann man neues erspähen und immer wieder neue Fotomotive ausmachen. Unsere Wanderung war eine Kombination aus Navajo Trail und Queens Garden Trail und ist aller Wahrscheinlichkeit nach die bekannteste im Park.

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IIm Tal des Bryce Canyonst man am Bodenniveau angekommen, verläßt man auch schon bald darauf die Dichten Formationen der Hoodoos und findet sich in der weitläufigen Tallandschaft zwischen knorrigen verdrehten Bäumen wieder. Man verläßt nun den Navajo Loop Trail und wechselt auf den links abgehenden Queens Garden Trail. Rechts führt der Navajo Loop Trail zur Wall-Street Formation und wieder hinauf zur Kante, wenn er nicht gerade wie in unserem Fall gesperrt ist. Dem Wanderweg folgend sind unterwegs eher weniger Gesteinsnadeln zu sehen. Zumindest nicht in so dichter Konzentration wie es am Anfang gewesen war. Vielmehr ist hier die Landschaft geprägt von mittelgroßem Baumbewuchs, einigen Wildblumen und Sträuchern. Dazwischen dominiert immer wieder die für den Bryce Canyon typische rötliche Sand- und Gesteinsfarbe. Die korkenzieherartig verdrehten Bäume lassen sich hervorragen als Vordergrund für Landschaftsaufnahmen nutzen und bieten eine willkommene Abwechslung zu den zahlreich fotografierten Hoodoos. Nach kurzer Wegstrecke durch nahezu ebenerdiges Terrain erreicht man den Queens Garden. Nimmt man an der kleinen T-Kreuzung den linken Weg kann man noch ein paar Meter den Garten der Königin erkunden, bis der Pfad letztlich endet und man sich wieder zurück zur T-Kreuzung begibt. Im Queens Garden ist die Hoodoo-Dichte wieder sehr hoch, da man sich hier auch wieder näher an der Abbruchkante befindet. Ab hier beginnt der recht steile Aufstieg, der mit seinen 177 Höhenmetern zum Sunrise Point doch einiges an Kraft kostet.

Queens Garden

Auch wenn wir hier keine sommerlichen 30 Grad hatten, waren wir gut beraten, etwas Wasser dabei zu haben. Trotz des recht steilen Weges sollte man sich die Zeit nehmen, etwas zu verweilen und dem Auge die Möglichkeit geben, die schönen Formen und Skulpturen aufzunehmen. Leider neigt man im Zuge der Anstrengung dazu, an ihnen viel zu schnell vorbeizugehen. Auch lohnt es sich, sich hin und wieder mal umzudrehen, um die Perspektive auf die rückwärtige Landschaft zu eröffnen.

Am Sunrise Point angekommen, war es nun schon später Nachmittag. Es zog sich wieder zu und wir konnten gerade noch die letzten Sonnenstrahlen des heutigen Tages auf den leuchtenden Spitzen der Hoodoos festhalten. Der Rückweg führte uns ein Stück an der Kante entlang und eröffnete uns letzte Impressionen in die herrliche Landschaft, die weltweit seines gleichen sucht. Wer die Anstrengungen dieser Wanderung nicht auf sich nehmen möchte, hat die Möglichkeit auf dem Rim Trail an der Kante entlang zu wandern. Eigentlich wollten wir hier noch auf den Sonnenuntergang warten, die dicke Wolkendecke nahm uns aber jede Hoffnung auf ein schönes Licht und Schattenspiel. Nach einem aufwärmenden Getränk beschlossen wir es dabei zu belassen und setzten 17:30 Uhr Kurs auf den tiefer gelegenen Kodachrome Basin State Park.

Kurz vor Verlassen des Parks wurde am Bryce Canyon Visitor Center noch kurz ein Präriehund adoptiert. Das gestaltet sich so, dass man für 30$ eine Urkunde und ein Stofftier erhält. Auf der Urkunde kann dem Präriehund ein Name gegeben werden. Praktisch ist das eine schöne Art der Spende und man hat auch gleich ein Mitbringsel für seinen Neffen.

Auf dem Weg zum Kodachrome wurde das Wetter immer schlechter. Dunkle Wolken und Schneeregen bestätigten unsere Entscheidung. Trotz des allgemein schlechten Wetters hatten wir heute schöne Momente im Bryce Canyon. Die Wanderung durch die Hoodoos war ein tolles Erlebnis und so konnten wir den Tag der so schlecht begann, dennoch als Erfolg verbuchen.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 6

25.04.2014 – Bryce Canyon, auf zu den Hoodoos

Tagesmeilen: 152
Gesamtmeilen: 372

Abschied vom Zion National Park

Zion National Park Fotogalerie

Zion am Morgen

Unser letzter Tag im Zion führte uns durch den Osteingang des National Parks hinaus. Vorher mußte jedoch noch der Mount Carmel Tunnel durchfahren werden. Nach etlichen Serpentinen und den letzten traumhaften Ausblicken auf imposanten Felswände des Zions, erreichten wir den Mount Carmel Tunnel.

Der 1.1 Meilen lange Tunnel wurde 1930 fertiggestellt und war seinerzeit der längste Tunnel in den Vereinigten Staaten. Mit dem Zion Mount-Carmel-Highway und dessen Tunnel sollte eine direkte Verbindung zum Bryce Canyon und Grand Canyon geschaffen werden. Bis 1989 stiegen die Unfälle und Beinaheunfälle durch große Fahrzeuge wie Wohnmobile immer mehr an. Ein durch die Bundesstraßenverwaltung (Federal Highways Administration) in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass große Fahrzeuge die Kurven des Tunnels nur mit Überquerung der Mittellinie passieren konnten. Um die Sicherheit wieder zu gewährleisten, begann der National Park Service den Verkehr für große Fahrzeuge zu regeln. Die Ranger blockieren zu bestimmten Zeiten des Tages beide Spuren des Tunnels und leiten dann abwechselnd die eine Seite und die andere Seite durch den Tunnel. Für diesen Service wird eine Gebühr von 15$ erhoben. Im Jahr 2011 wurde dieser Service für ca. 28.000 Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Im Tunnel selbst gibt es kein Licht, weshalb die Fahrt nur mit den Scheinwerfern etwas beklemmend wirken kann. Verstärkt wird dieses Gefühl durch die nahegelegene gewölbte Tunneldecke.

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Das Tunnelpermit hatten wir bereits am Eingang des Zions gekauft. Der Ranger kam zum Fenster und gab uns letzte Instruktionen: nicht stoppen, Licht an, immer in der Mitte fahren und das ganze schön langsam. Natürlich kontrollierte er auch ob wir ein gültiges Permit hatten. Das Permit gilt für zwei Fahrten durch den Tunnel für das selbe Fahrzeug innerhalb von 7 Tagen.

Checkerboard Mesa

Am östlichen Ende des Tunnels befindet sich links ein kleiner Parkplatz, von wo aus der kurze Trail zum Canyon Overlook startet. Der Parkplatz ist wirklich klein und nur für eine Handvoll Autos und nicht für große Camper ausgelegt. Am besten fährt man langsam aus dem Tunnel hinaus und schaut ob sich ein Plätzchen finden lässt. Wenn hier nichts frei ist, kann man ein paar Meter weiter geradeaus auf der rechten Seite einen zweiten Parkplatz sehen. Dieser ist eher für die Gegenspur gedacht aber vielleicht hat man ja dort Glück. Wir hatten leider Pech und mussten weiterfahren, so blieb uns die vermeintlich schöne Kurzwanderung zum Canyon Overlook verwehrt. Vielleicht mit ein Grund, diesen Park in der Zukunft wieder zu besuchen. Nach einigen Kurven legten wir beim Pullout der Checkerboard Mesa noch einen kurzen Fotostop ein und verließen wenige Meilen später gegen 9:30 Uhr den Zion National Park. Nach 246 Meilen legten wir an der Mount Carmel Junction (T-Kreuzung) unseren ersten Tankstop ein. Südlich geht es in Richtung Grand Canyon und in nördlicher Richtung zum Bryce Canyon.

Das Tanken funktioniert in den USA ein wenig anders als man es in Europa gewöhnt ist. Für Amerikaner denkbar einfach, Kreditkarte durchziehen, Postleitzahl eintippen und weiter fahren. Mit europäischen Kreditkarten ist das leider nicht so einfach, diese scheitern wahrscheinlich an der internen Kartenprüfung. Man muss also zuerst zum Tankwart in den Tankshop und ihm sagen für wieviel Dollar man tanken möchte. Der Betrag wird dann auf der Kreditkarte geblockt und die Zapfsäule freigeschaltet. Tankt man weniger, wird der Differenzbetrag storniert. Das Problem an der Sache ist, dass man nicht genau weiß, wann welche Karte akzeptiert wird. Mal hat die eine mal die andere funktioniert. So hatten wir beim tanken immer regelrechtes Kreditkarten-Roulette, welche denn dieses mal die Richtige sei. Deshalb, Kreditkarten kann man in den USA nicht genug haben.

Noch kurz Souveniers geshoppt und schon hatte uns die Straße wieder in ihrem Bann. Wir folgtem dem Highway 89 weiter nördlich bis nach ca. 43 Meilen der Highway 12 auf der rechten Seite einmündet. Nach kurzer Wegstrecke erreicht man das Visitor Center des Red Canyon. Wer Zeit hat oder es gar fest eingeplant hat, kann sich hier über die Trails informieren und den Park erkunden. Zurück auf der Straße passierten wir nach wenigen Metern zwei steinerne Torbögen. Diese Stelle eignet sich für eventuelle Durchfahrt-Fotos des eigenen Gefährts. Mittlerweile war es nun fast Mittag und so kam uns der Snack bei Subway direkt vor der Einmündung zur Bryce Canyon Zufahrtsstraße gerade recht.

Bryce Canyon National Park
Scenic Drive

Bryce Canyon Scenic Drive Fotogalerie
Bryce Point Panorama 1
Bryce Point Panorama 2
Inspiration Point Panorama

Am Eingang des Parks leistete unserer National Park Pass wieder gute Dienste. Für heute Stand der Scenic Drive auf unserem Plan. Klassischerweise fährt man bis zum letzten Viewpoint (Rainbow Point) und arbeitet sich dann langsam zurück. Es ist relativ kühl geworden, was angesichts der Höhe von 2800 Metern aber auch kein Wunder ist. Vereinzelt hat es die Sonne noch nicht geschafft, den Schnee vom Winter schmelzen zu lassen. Die größeren Flecken veranlassten uns spontan zu einer kurzen Schneeballschlacht. Von den Viewpoints hat jeder seinen ganz eigenen Reiz, man sollte also auch wenigstens mal aussteigen und sich kurz ein paar Minuten umschauen.

Natural Bridge

Viewpoints:

  • Inspiration Point
  • Bryce Point
  • Swamp Canyon
  • Fairview Point
  • Natural Bridge
  • Aqua Canyon
  • Ponderosa Canyon
  • Black Birch Canyon
  • Yovimpa Point
  • Rainbow Point

 

Abbruchkante

Der Bryce Canyon ist kein Canyon nach unserem allgemeinen Verständnis einer schmalen Schlucht. Vielmehr ist es eine ca. 25 Meilen lange Abbruchkante des Paunsaugunt Plateaus was sich wenige hundert Meter über den Tälern Tropic-Valley erhebt. Der poröse Sandstein an der Abbruchkante erodierte im laufe der Jahrtausende zu einer Weltweit einzigartigen Landschaft aus tausenden von skurril anmutenden Steinsäulen. Die dichteste Formation dieser Hoodoos findet man im Kernstück des Parks, wegen seiner Hufeisenförmigen Struktur wird es auch als Amphitheater bezeichnet. Wasser sammelt sich in den kleinen Spalten des Sandsteins und gefriert. Durch die so entstehenden Naturkräfte platzen im laufe der Zeit immer weitere Stücke vom Sandstein ab. Gleichzeitig schützen härtere obere Schichten besser vor den erodierenden Kräften, so dass nach vielen Jahrtausenden nur noch eine Säule mit einem härteren Kopf verbleibt und letztendlich einen Hoodoo bildet.

Weiterführende Information hier klicken

Wer nicht viel Zeit hat und zwischen der Wanderung in den Hoodoos und dem Scenic Drive entscheiden muss, sollte in jedem Fall die Wanderung wählen. Der Scenic Drive ist sicher schön, aber richtig eintauchen in die Welt kann man erst auf der Wanderung. Egal wie die Entscheidung ausfällt, man sollte ca. 3 Stunden Zeit einplanen. Natürlich ist das Farbenspiel im Sonnenlicht des späten Nachmittags besonders schön. In dieser Zeit werfen die Felsnadeln auch lange Schatten und verhelfen den Bildkompositionen zu zusätzlich schönen Kontrasten. Eigentlich wollte wir noch auf den Sonnenuntergang am Sunset Point warten, doch dicke Wolken bedeckten mittlerweile den ganzen Himmel. Der Wind frischte auf und wir entschieden es heute dabei zu belassen.

Scenic Drive

Die niedrigen Temperaturen veranlassten uns im Vorfeld unsere Reservierung bei Ruby’s Inn zu stornieren und auf den 500 Meter tiefer gelegenen Campground im Kodachrome State Park auszuweichen. Temperaturen von unter Null Grad können die freiliegenden Schläuche unter dem Wohnmobil beschädigen und so ungewollte Probleme auf den Plan rufen. Der Campground im Kodachrome war staatlich und bereits bezahlt, so dass ein kurzer Anruf bei Ruby’s genügte, um die Reservierung zu stornieren. Ohnehin war Ruby’s Inn mit ca. 55$ pro Nacht ein relativ teurer Campground. So fuhren wir also nach unserer Scenic Drive Tour in den tiefergelegenen 30 Meilen entfernten Kodachrome State Park um dort zu nächtigen. Am Visitor Center wurden wir bereits erwartet und erhielten wieder eine kurze Einweisung sowie einen Platz mit Strom und Wasseranschluss zugewiesen. Die Temperatur war hier unten deutlich angenehmer. In der Ferne konnten wir beobachten, dass es im Bryce Canyon begonnen hatte zu regnen.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 5

24.04.2014 – Zion National Park / Angels Landing
Meilen gesamt: 220

Zion – Angels Landing

Fotogalerie Wanderung zu Angels Landing
Panorama Angels Landing Scout Overlook
Panorama Angels Landing vor den Ketten
Panorama Angels Landing on Top

Nach der gestrigen Aufwärmübung zu den Emerald Pools, steht heute Angels Landing auf dem Programm. Mit seinen 5 Meilen Länge und den zu überwindenden 450 Höhenmetern ist der Trail um einiges schwerer als die Emerald Pools. Dennoch, wer im Zion gewesen ist, sollte auch einmal auf Angels Landing gestanden haben. Diesen Ausblick wird man so schnell nicht vergessen können.

Wir starteten um 8:30 Uhr am Watchman Campground. Nach nur 15-20 Minuten brachte uns der Shuttle-Bus vom Visitor Center aus zu unserem Trailhead „The Grotto“. Auf der anderen Seite der Straße befand sich eine kleine Holzbrücke über den Virgin River. Von hier aus hatte man schon einen guten Blick auf das heutige Tagesziel. Nach dem Überqueren der Brücke folgt man dem Weg am Virgin River entlang. Auf dem gut befestigten Trail kann man ein paar schöne Motive mit saftigen grünen Bäumen am Flusslauf mitnehmen.

Weg zu Angels Landing

Dem Weg immer weiter bergauf folgend, hat man an verschiedenen Stellen auch immer wieder schöne Blicke auf zurückliegende Wegstrecken. Auch wenn einem bergauf die Puste fehlen sollte, lohnt es sich das ein oder andere Foto zu machen. Auf dem Rückweg können die Lichtverhältnisse ganz anders sein. Nach ca. 2 km bei nahezu schattenlosen Strecken kommt der schattige, deutlich kühlere Abschnitt sehr gelegen. Der Weg biegt links in den Refrigerator Canyon ein. Die vielen Bäume und hohen Felswände bieten einen angenehmen Schatten und laden zur Pause ein. Wer noch keine gemacht hat, sollte hier die Möglichkeit nutzen. Die Wasserreserven sollten noch größtenteils vorhanden sein. Ich für meinen Teil hatte 3 Liter Wasser mit ein wenig Apfelsaft dabei. Auf vielen Hinweisen kann man immer wieder die Faustregel „1 Liter pro Stunde“ lesen. Letztendlich muss sich jeder selbst kennen, doch zu viel kann es nie sein, denn wegschütten kann man Wasser immer noch. Auch hat es sich für mich bewährt, für den Aufstieg 2/3 und für den Abstieg 1/3 Wasser einzuplanen. Kleine Energieriegel für zwischendurch können ebenfalls nicht schaden. Nach kurzer Verschnaufpause begann jetzt der körperlich anstrengendere Teil. Der zurückgelegte Weg kann dagegen nur als gemütlicher Spaziergang mit geringer Steigung bezeichnet werden. Die 21 steilen und sehr engen Serpentinen  (Walter’s Wiggles) überwinden an dieser Stelle einen gewaltigen Höhenunterschied und verlangen dem Wanderer einiges ab.

Walter Reusch, der erste Leiter des Zion National Parks hatte den Wunsch, den Canyon der Welt auch von oben zugänglich zu machen. Der Trail wurd zur damaligen Zeit mit einfachsten Werkzeugen in den Sandstein geschlagen. Nur mit einem Seil gesichert verdiente ein Arbeiter nur 3,50 Dollar für einen ganzen Tag, während er mit einem Presslufthammer arbeitend über dem klaffenden Abgrund hing. Pferde und Maulesel transportierten das Material den Berg hinauf um gleich darauf wieder von Unten Nachschub zu holen. Durch die Verwendung von ausschließlich natürlichen Materialien hat es den Anschein als ob der Weg schon immer da gewesen sein würde und fügt sich so perfekt in die Landschaft ein.

Scout Overlook

Nach bewältigen dieser Strapazen erreichten wir den Scout Lookout. Auf diesem, mit seinen 1630 Metern, schon relativ hohen Plateau kann man bereits richtig die Aussicht genießen. Man hat einen wunderschönen Blick auf das Bergmassiv von Angels Landing und tolle Aussicht in den steil abfallenden Canyon. Es lohnte sich auch hier eine längere Pause einzulegen, um diese herrliche Landschaft einfach in sich aufzusaugen, die ohne Frage einer der Höhepunkte dieser Reise dargestellt hat. An vielen Stellen konnte man kleine Blumen erspähen und gelegentlich posierten auch kleine Chipmunks für ein kurzes Fotoshooting.

Wer noch Puste, ausreichend Wasser und Tageszeit übrig hat, kann sich an die berüchtigten Ketten von Angels Landing wagen. Wenn es windig ist oder gar Eis auf dem Trail liegt, sollte man dieses Risiko nicht eingehen. In den letzten Jahren sind immer wieder Menschen verunglückt, die vielleicht bei schlechten Bedingungen und mit schlechter Ausrüstung ihre eigenen Fähigkeiten überschätzt haben. Auch auf unserem Trail haben wir hin und wieder Leute mit Badeschlappen und einer kleinen 0,5 Liter Flasche getroffen. Man kann nur hoffen, dass sie sich spätestens vor den Ketten ihres Risikos bewusst wurden und umgekehrt sind.

Warnhinweis

Die letzten Höhenmeter legten wir größtenteils kletternd an starken mit Eisenketten gesicherten Felsstufen zurück. Schwindelfrei sollte man auf diesem Abschnitt des Trails auf jeden Fall sein. Wenn man es ruhig angehen lässt, kann eigentlich nichts passieren. Selbst der nur ca. 1,5 Meter breite Felsgrat ist mit Ketten gesichert. An dessen Seiten kann man mehrere hundert Meter in die Tiefe schauen, eine wirklich grandiose Aussicht. Es ging stetig bergauf bis man über einem kurzen Kamm den Landeplatz der Engel erblicken konnte. Nur noch ein paar Meter und wir waren endlich am Ziel. Die Aussicht auf 1765 Meter ist atemberaubend oder eben einfach breathtaking. Im Tal kann man den Scenic Drive mit seinen winzigen Shuttle-Bussen sehen, daneben der glitzernde sich schlängelnde Virgin River. In südlicher Richtung ist in der Ferne unser Ausgangspunkt „The Grotto“ zu sehen, von wo aus wir vor einigen Stunden gestartet sind. Ringsum ein Panorama was man so schnell nicht vergessen wird und alle Mühen wert war.

Der Abstieg ist dagegen vergleichsweise kurz. Dennoch sollte auch er nicht unterschätzt werden. Gerade der Teil mit den Ketten ist bergab mit Vorsicht zu begehen. Man sieht an einigen Stellen kaum wo man hintritt, große Stufen und körperliche Erschöpfung erschweren den Abstieg vielleicht noch zusätzlich. Ein Drittel der Wasserreserven sowie ausreichend Tageslicht sollte noch vorhanden sein.

Angels Landing

Wir begannen ca. 14:30 Uhr mit dem Abstieg. Wir wollten nicht zu spät im Lager sein, denn heute sollte noch angeheizt werden. Unser erster Grillabend stand auf dem Plan. Rippchen, Würstchen und ordentlich Knoblauchbrot, dazu Budweiser und Cola-Whiskey, wir konnten uns nichts Besseres vorstellen als den Tag auf diese Weise würdig zu beenden.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 4

23.04.2014 – Zion National Park

Tagesmeilen: 136
Gesamtmeilen: 220

Abschied vom Valley of Fire

Frühes Aufstehen und zeitige Nachtruhe waren wir inzwischen gewohnt und so hieß es auch diesen Morgen 6:00 Uhr aufstehen. Das Frühstück wurde auf später verlegt, jetzt wollten wir zum Elephant Rock und den Sonnenaufgang sehen. Dieser liegt in der Nähe des östlichen Parkeingangs und ist mit wenigen Schritten zu erreichen. Leider machte uns beim Elephant Rock eine dichte Wolkendecke einen Strich durch die Rechnung. Wir verließen nun das Valley of Fire und fuhren nördlich auf der Northshore Road bis kurz vor Overton. Rechts von der Straße ging ein kleiner Schotterpfad auf die Snowbird Mesa. Ein kleiner unbefestigter Platz wo man auch kostenfrei Übernachten kann. In Nevada ist dies im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten möglich. Die Snowbird Mesa wäre unsere Alternative gewesen, hätten wir im Valley of Fire keinen Platz bekommen. Allerdings muss man wissen, dass diese Plätze auch von Einheimischen genutzt werden den das Leben nicht so wohlgesonnen war. Bei unserer Ankunft standen zumindest ca. 5-10 RVs mit relativ weitem Abstand zueinander auf der Mesa. Es gab keine spektakuläre Aussicht und keinerlei Anschlüsse oder Service auf dem Platz. Wer aber unter Zeitdruck irgendwo unterkommen muss oder nur auf der Durchreise ist, für den kann die Snowbird Mesa sicherlich eine Option sein. Wir wollten hier nur in Ruhe frühstücken.

Frisch gestärkt ging es 8:30 Uhr weiter Richtung Norden zum Zion National Park. Wem unterwegs noch das ein oder andere einfällt vergessen zu haben, der hat in Mesquite nochmal die Gelegenheit sich mit dem Restlichen zu versorgen. Die nächsten Tage werden die Einkaufsmöglichkeiten eher spartanisch ausfallen. Auch wir nutzen die Gelegenheit und bekamen nun auch endlich einen preiswerten Grill für 7 $. Nicht auszudenken die nächsten Tage ohne Grill zu sein.

Weiter ging es Richtung Norden. Die Interstate 15 verließen wir kurz nach St.George und bogen östlich nach Hurricane und Zion Nationalpark ab. Die ersten Berge lockerten die doch eher monotone Wüstenlandschaft auf. Es wurde zunehmend grüner und ab Hurricane fuhren wir entlang des Virgin Rivers bis nach Springdale, dem Tor zum Zion National Park.

Zion National Park

Der Ranger am Eingang informierte uns gleich, dass der Watchman Camground ausgebucht ist, gut das wir eine Reservierung hatten.

Annual Pass

Beim Ranger kauften wir auch gleich unseren National Park Pass / Annual Pass. Für 80 $ erhält man damit ein Jahr lang Eintritt in alle National Parks und Recreational Areas der USA. Eine überaus lohnende Investition, wenn man vor hat wie wir, mehrere National Parks zu besuchen. Der Zion würde pro Tag bereits 25 $ kosten, bei zwei Tagen 50 $ usw. Der Ranger fragte auch gleich wie lange wir bleiben und durch welchen Ausgang wir den Park wieder verlassen wollen. Durch den östlichen Parkausgang wird eine Tunnel Service Gebühr von 15 $ erhoben. Diese wird im Vorfeld entrichtet und man erhält einen Beleg den wir beim Verlassen am Tunnel vorzeigen müssen.

Campsite

Die Umbuchung vom Valley of Fire aus hatte wunderbar funktioniert, die Ranger am Watchman Campground wussten bescheid und erklärten uns bereitwillig den Campground. Wir erhielten einen kleinen Übersichtsplan, in dem Waschhäuschen, Dumpstation usw. eingezeichnet waren. Auch der Weg zu unserer Campsite wurde markiert und abschließend auf das abendlich statt findende Ranger-Programm hingewiesen. Wir erhielten einen Zettel mit dem Abreisedatum, den wir an der Seitenscheibe im Fahrzeug anbringen sollten. Unsere Campsite 58b lang wunderschön gelegen in der Nähe des Virgin Rivers. Hier war es absolut ruhig, man hatte regelrecht den Eindruck mitten in der Natur zu stehen. Nach Errichtung des Lagers ging es dann auch gleich schon wieder los. Kurz vor 16:00 Uhr nahmen wir den nahegelegenen kostenfreien Parkshuttle zur Zion Lodge, von wo aus der Trail zu den Emerald Pools startete.

Shuttle Busse

Die Park-Shuttle-Busse verkehren alle paar Minuten und fahren alle Stationen des Zion Canyon Scenic Drives ab und kehren am Ende der Stichstraße wieder um. Die Fahrt bis zum Ende, dem Temple of Sinawava dauert ca. 45 Minuten.

Stationen:

  • Zion Canyon Visitor Center
  • Zion Human History Museum
  • Canyon Junction
  • Court of the Patriarchs
  • Zion Lodge
  • The Grotto
  • Weeping Rock
  • Big Bend
  • Temple of Sinawava

Zusätzlich zum Park-Shuttle-System fährt eine weitere kostenfreie Buslinie mehrere Stationen in Springdale an. Das Auto kann man also getrost stehenlassen, ab Canyon Junction ist der Scenic Drive sowieso für Autos gesperrt.

Weiterführende Informationen auf: http://www.nps.gov/zion/planyourvisit/shuttle-system.htm

Zion – Emerald Pools

Fotogalerie Wanderung zu den Emerald Pools
Panorama Lower Emerald Pool
Panorama Upper Emerald Pool

Am Virgin River

Der Trail zu den Emerald Pools eignet sich hervorragend für Einsteiger. Die Unterteilung in Lower, Middle und Upper Emerald Pools ist gleichbedeutend mit dem Anstieg der Schwierigkeit. Man kann jederzeit entscheiden, wie weit man gehen möchte und den Trail somit seinen eigenen Gegebenheiten anpassen.

Der erste Teil zu den Lower Emerald Pools ist ein befestigter 0.6 Meilen langer Wanderweg mit geringer Steigung. Die Nähe zum  Virgin River mit dem vielen Grün der umgebenden Vegetation verschafft dem ersten Teil einen ganz besonderen Reiz, bevor man die 23 Meter höher gelegenen Lower Emerald Pools erreicht. Im Vorfeld sollte man sich erkundigen, ob die Emerald Pools überhaupt Wasser führen, in den heißen Sommermonaten kann es durchaus vorkommen, dass diese völlig ausgetrocknet sind. Von den Felskanten fallen leichte Tropfen auf die Besucher bis hinzu kleinen Wasserfällen und Sturzbächen, wenn es vorher ausreichend geregnet hat.

Middle Emerald Pools

Gleich hinter den Lower Emerald Pools beginnt der 1 Meile lange Abschnitt zu den Middle Emerald Pools. Diese liegen weitere 50 Meter höher mit schon wesentlich stärkerer Steigung. Der Trail ist auch nicht mehr befestigt und verläuft meist über grobe Steinstufen mit weichem Pudersand. Am Ziel angekommen kann man von einem kleinen Felsvorsprung die Aussicht in Richtung des Haupt-Canyons genießen, während die Abendsonne beginnt, die Bergspitzen golden einzufärben.

Wer an dieser Stelle noch ausreichen Puste hat, kann den Aufstieg zu den Upper Emerald Pools wagen. In Sachen Schwierigkeit legt dieser 1.5 Milen lange Abschnitt mit seinen 120 Höhenmetern nochmal einiges zu. Die Upper Emerald Pools liegen dicht an den sich senkrecht erhebenden Felswänden des Canyons, welche angenehmen Schatten spenden. Ein willkommende Abwechslung neben dem doch eher sonnigen Aufstieg. Wer es bis hier hoch geschafft hat, sollte die Zeit nicht aus den Augen verlieren.

Mule Deers

Der Rückweg führt über den gleichen Pfad der bergab zwar in der Regel schneller voran geht, aber auch nicht unterschätzt werden sollte. Nahe des Virgin Rivers überraschte uns eine kleine Gruppe Mule Deers die das frische Gras am Flussufer zupften. Die Tiere sind hier absolut nicht scheu was sicher auch daran liegt dass sie nicht gejagt werden. Wer sich ruhig verhält, kann in aller Ruhe Fotos machen, solange man die Fluchtdistanz der Tiere nicht unterschreitet. Es war mittlerweile 19:30 Uhr als wir am Watchman Camground eintrafen. Mit ausgiebigen Fotostopps haben wir für die Emerald Pools ca. drei Stunden benötigt. Den restlichen Abend versüßten wir uns mit einigen Budweisern und kanadischem Whiskey.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 3

22.04.2014 – Valley of Fire

Tagesmeilen: 29
Gesamtmeilen: 84

Von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, begann gegen 6 Uhr unser erster richtiger Womo-Tag. Geschlafen haben wir in dem Camper wirklich gut. Nach einem ausgedehnten guten Frühstück an der frischen Luft starteten wir in den Tag. Auf unserem Vormittagsprogramm stand fürs Erste der Rundweg um den Atlatl Rock. Nach dem Einrollen der Schläuche und dem Verstauen des Stromkabels war unser Camper fast abfahrbereit. Jetzt fehlte nur noch ein Zeichen das dieser Platz bereits belegt war. Dafür haben wir eigens „Campsite occupied“ Schilder angefertigt. Auf der Campsite kann man auch Stühle oder ähnliches stehenlassen, die den anderen Campern dann symbolisieren sollen dass dieser Platz bereits belegt ist. Oder man hängt eben gut sichtbar ein Schild auf, in unserem Fall am Anschlusskasten der Campsite. Spätestens dann sollte auffallen, dass dort schon jemand wohnt.

Die Loop-Road

Fotogalerie Valley of Fire
Arch Rock Panorama

Arch Rock

Nur einige Meter entfernt vom Campground war bereits unser erstes Ziel auf der Loop-Road, die Petroglyphen am Atlatl Rock. Über eine Metalltreppe gelangt man nach wenigen Stufen in die Höhe der jahrtausende alten Felszeichnungen. Das Wort Atlatl kommt von einem hölzernen Stab mit dessen Hilfe einfache Pfeile bis hin zu kleinen Speeren abgeschossen werden konnten. Mit dieser Schleudertechnik wurde dem Pfeil zusätzliche Geschwindigkeit und Kraft verliehen. Wenige hundert Meter um den Atlatl Rock herum zeigte bereits ein kleines Hinweisschild auf die Parkbucht des Arch-Rock. Arch oder Arches sind steinerne Bögen die von Wind und Wasser in tausenden Jahren geschaffen wurden. Dieses Exemplar ist sicher nicht der größte seiner Art aber dennoch einen kleinen Zwischenstopp wert. Um die 20 Meter steht er von der Parkbucht entfernt, wenn man nicht weiß wo man suchen muss, läuft man auch schon mal an ihm vorbei. Er befindet sich ca. in der Mitte oberhalb der Felsformation an der Parkbucht.

Der Loop-Road weiter folgend kommt man an interessanten Felsformationen wie dem Piano Rock, Pagoda Arch oder dem Windstone Arch vorbei. Hier wir die Straße auch schlechter und man muss die Entscheidung treffen, mit seinem großen Womo sich langsam vorwärts zu kämpfen oder zu versuchen kehrt zu machen. Für uns gab es nur einen Weg und es waren ja auch nur wenige hundert Meter bis die Dirt-Road wieder auf richtige Straße trifft.

  • Piano Rock   /   GPS:      36.41928, -114.55944
  • Pagoda Arch   /   GPS:      36.41417, -114.55667
  • Windstone Arch   /   GPS:      36.41246, -114.55399

 

Windstone Arch

Beim Windstone Arch lagen zu unserer Verwunderung Personen in nahegelegenen Felsnischen, eine andere lief immer wieder um einen höheren Felsen herum und trällerte dabei ein Liedchen. Es hatte schon etwas Verrücktes an sich. Vielleicht waren diese Personen einfach auf der Suche nach irgendwelchen spirituellen Energien, wer weiß das schon und Fragen wollten wir sie nicht. Zurück auf befestigter Straße lagen direkt am Straßenrand die sogenannten Beehives, Felsformationen die wie Bienenstöcke aussehen. Durch unseren knapp bemessenen Zeitplan hielten wir uns hier nicht lange auf und erreichten bald darauf wieder den Abzeig zu unserem Campground und somit das Ende der Loop-Road. Als nächsten Punkt steuerten wir unseren Camper in Richtung Mouse’s Tank.

Valley of Fire Scenic Drive

Fire Canyon Panorama
Crazy Hill Panorama

Richtung Visitor Center abgebogen und direkt weiter bis zum ersten Parkplatz. Dieser ist gleichzeitig der Trailhead der kleinen Wanderung durch den Petroglyph Canyon an dessen Ende sich der Mouse’s Tank befindet. Im Canyon selber sind neben der vermuteten Felsenkunst auch im Frühjahr diverse blühende Pflanzen zu sehen, die scheinbar aus dem puren staubfeinen Sand wachsen. Für den kurzen Trail benötigten wir ca. 1 Stunde. Hier ist sprichwörtlich der Weg das Ziel und nicht das kleine steinerne Wasserloch am Ende des Trails.

Es war bereits 13 Uhr als wir zurück beim Womo eine kleine Stärkung gönnten. Jetzt wurde es langsam Zeit, unsere Umbuchung vom Zion Nationalpark anzugehen, schließlich wollten wir ja diese Nacht noch im Valley of Fire verbringen. Auf der Suche nach besserem Netz fuhren wir die paar Meter zum Visitor Center zurück. Mit einem Balken sporadischen Empfangs versuchte ich mein Glück, die Verbindung kam zwar zu stande doch die für meine Englischkenntnisse viel zu schnell sprechende automatische Ansage kombiniert mit schlechtem Empfang war für meine Ohren das Aus. Ich verstand kein Wort. Auf der Suche nach dem Ranger unseres Vertrauens gingen wir schon relativ gut genervt, mit unserer Buchungsbestätigung für den Zion Nationalpark in das Visitor Center vom Valley of Fire. Robin der freundliche Ranger von nebenan war unser Mann. Die Situation kurz erläutert, griff er beherzt zum Telefon und versuchte die Situation zu klären. Nach zwei kurzen Telefonaten hatte er die Sache geregelt und der Watchman Campground im Zion wusste Bescheid, dass wir einen Tag später kommen. Das war wichtig, da bei nicht Erscheinen auch schon mal die ganze Reservierung hinfällig wird. Das Geld für den ersten Tag war damit weg, was uns aber von vorn herein bewusst war und wir zu Gunsten der gewonnen Flexibilität gern in Kauf nahmen.

abstrakte Felsen

Der Abstecher in Richtung Silica Dome war vergleichsweise mittelmäßig. Hält man jedoch gleich zu Beginn der Stichstraße auf der rechten Seite und läuft etwas südlich in die Felsstrukturen hinein, wird man  mit abstrakten Felsskulpturen und surrealem Farbenspiel belohnt. In dieser Gegend befindet sich auch der Fire-Canyon-Arch. Es ist durchaus sinnvoll sich hier etwas mehr Zeit zu nehmen. Hinter jeder Ecke gibt es neue Perspektiven, Farben und Formationen im Überfluss. Das einzige, was es nicht gibt wie auch im ganzen Valley of Fire sind Wasser und Schatten. Kopfbedeckung und Sonnenbrille sollte man also unbedingt dabei haben.

Weiter ging es Richtung White Domes zum Ende des Scenic Drives. Vorbei an den Parkplätzen eins, zwei und drei bis zum White Domes Trailhead. Nach einigen Metern entschieden wir uns aus Zeitgründen den Trail nicht zu laufen und zum Parkplatz drei zurückzukehren. Der Thunderstorm- Arch und der Crazy Hill standen noch auf unserer Agenda. Mit aktiviertem GPS  ging es direkt zu den gesuchten Koordinaten.

Crazy Hill

Der Crazy Hill ist nur von einer bestimmten Seite aus zu sehen. Man muss relativ hoch Position beziehen um die Farbverläufe des Crazy Hill von Rot über Gelb bis Weiß zu sehen. Befindet man sich auf Höhe der Grasbüschel kann man direkt daneben stehen und sieht nichts.

  • Crasy Hill   /   GPS:      36.485095, -114.529930
  • Thunderstorm Arch   /   GPS:      36.48611, -114.53083
  • Fire Chamber   /   GPS:      36.48656, -114.52986
  • Fire Wave   /   GPS:      36.48264, -114.5225

 

Fire Wave

Zurück beim Parkplatz drei startete der Trailhead zur Fire Wave direkt auf der anderen Straßenseite. Mittlerweile ist der Trail mit Markierungen versehen, die auch Touristen ohne GPS direkt zur Fire Wave leiten. Also lange kein Geheimtipp mehr, aber unbedingt sehenswert. Der ca. 1,5 km lange Wanderweg verläuft meistens ebenerdig und ist ein guter Abklang für einen anstrengenden Tag. Auch hier gibt es keinen Schatten. Auch wenn dieser Weg nur 1,5 km lang ist, muß man später wieder zurück. Ein paar Getränke können also nicht schaden. Am Ziel angekommen, wird man belohnt mit einer schön rot leuchtenden Fire Wave. Die beste Zeit für schöne Aufnahmen ist am späten Nachmittag und gegen Abend, wenn die flachen Sonnenstrahlen die geschwungene Welle feuerrot einfärbt. Lohnenswert ist immer eine Person im Bild zu platzieren, um dem Betrachter einen Eindruck der Größe zu vermitteln und den Blick zu lenken. Für diesen Tag sollte es das gewesen sein. Wir fuhren zurück zum Atlatl Rock Campground und bezogen wieder Quartier. Trotz der eher angenehmen Temperaturen im oberen Bereich der zwanziger haben wir uns vor allem die Ohren und die Lippen verbrannt. Auch wenn uns die Temperaturen zu dieser Jahreszeit nicht sehr hoch vorkamen und immer ein angenehmes Lüftchen wehte, es hat ausgereicht uns so zu verbrennen das wir noch die gesamte Reise was davon hatten.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 2

21.04.2014 – Womo Pickup

Tagesmeilen: 55
Gesamtmeilen: 55

Heute haben wir Großes vor. Wir bekommen unser Wohnmobil. Aufgeregt hüpfen wir bereits 6.30 Uhr aus dem Bett. Die geplante Fahrzeugübergabe (Pickup) soll zwischen 13 und 14 Uhr stattfinden. In der Hoffnung, unser Womo (Wohnmobil) etwas früher zu bekommen, haben wir eine Mail an die Roadbear-Zentrale geschickt. In einschlägigen Foren (www.womo-abenteuer.de) hatten wir gelesen, dass diese Möglichkeit bestehen könnte wenn man früh selbst zur Vermietstation fährt.

Frühstück im Excalibur

Motiviert von diesem Gedanken gehen wir erstmal frühstücken. Für üppige 17$ pro Person gewährt uns die nette Dame Einlass und geleitet uns an einen der vielen leeren Tische. Am warmen Buffet findet wirklich jeder etwas. Der Duft von frischen Eiern und gerösteten Brot liegt in der Luft. ich begebe mich gleich auf die Suche. Eier gibt es in vielen Variationen von eklig bis essbar sowie Salat und Obst so viel man möchte. Im Frühstückssaal gibt es außerdem WLAN und somit vielleicht endlich eine Nachricht von Roadbear, die uns unsere zeitige Übernahme bestätigen. Der Blick auf das Tablet bringt die Ernüchterung, keine Nachricht von unserem Vermieter. Wir entschließen uns anzurufen, da wir uns heute Morgen sowieso melden sollen. Leider ist die frühe Übernahme nicht möglich, wir werden daher planmäßig gegen 12:30 Uhr vom Hotel am Nebeneingang abgeholt, heißt es. Na toll, aber was soll’s.

Luxor

Jetzt haben wir noch 2½ Stunden Zeit bis wir um 11 Uhr spätestens auschecken müssen. Wir beschießen, ein wenig durch die nahegelegen Hotels zu schlendern. An den tausenden von Spielautomaten vorbei, gelingt es uns schließlich dem Irrgarten aus Lichtern und Geräuschen zu entkommen. Zwei Straßenüberquerungen weiter stehen wir vor der großen schwarzen Pyramide. Das Luxor-Hotel thematisiert das alte Ägypten, aber auch andere Formen bspw. mittelamerikanischer Pyramiden flossen in die Gestaltung mit ein. Drinnen wieder die üblichen Verdächtigen. Spielautomaten soweit das Auge reicht. Black-Jack, Roulette und Sportwetten zupfen am Geldbeutel eines jeden Spielers. Im oberen Bereich der Pyramide können einige Ausstellungen besucht werden. Wir bummeln weiter durch die Gänge und bemerken kaum wie wir von einem Hotel zum Anderen wechseln. Erst als die Gestaltungselemente wechselten, erkennen wir, dass wir bereits im Mandalay Bay sind. Schon drängt uns auch die Zeit zur Umkehr. Für den Rückweg nutzen wir  die kostenfreie Tram, die zwischen Excalibur, Luxor und Mandalay Bay verkehrt, denn zu Fuß würden wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen.

kostenfreie Tram

Nun aber flinke Füße, wir haben nur noch 10 min die Koffer zu holen und auszuchecken. Die Koffer hatten wir gleich nach dem Frühstück wieder reisefertig gepackt. Das Auschecken aus dem Hotel gestaltet sich als ausgesprochen simpel: Einfach die Zimmerkarte in den Schlitz einer dort stehenden Kiste stecken und fertig. Die Amerikaner mögen es halt bequem und das ist auch gut so denn für Anstellen und persönlich Auschecken war hier keine Zeit mehr. Wir haben jetzt noch mehr als eine Stunde, bis unser Shuttle kommt. Mit unseren Koffern sind wir natürlich alles andere als mobil. Wir verbringen die letzten Minuten auf den Lümmelpolstern in der Nähe des Eingangs und genießen noch einen leckeren Starbucks Kaffee. Die letzten Grüße an Freunde und Verwandte werden geschrieben und schon ist unser Shuttle da um uns abzuholen.

Bei Roadbear beginnen wir auch gleich mit den Übernahmeformalitäten. Für die Kaution sollen 1000 $ auf der Kreditkarte geblockt werden, das wussten wir. Aus diesem Grund haben wir extra eine Karte mit großem Verfügungsrahmen abgeschlossen. Was wir nicht wussten, der Fahrzeugmieter und der Karteninhaber müssen die gleiche Person sein. Und, wer hätte das gedacht, in unserem Fall natürlich nicht so. Die nette, schweizerdeutsch sprechende Chefin weißt uns auf das amerikanische Gesetz hin und will uns so nicht das Wohnmobil geben. Eine leichte Panik macht sich breit. Nach einer kleinen Telefonorgie mit den Notfallrufnummern unserer Bank haben wir versucht, den Spielraum der von Roadbear gewünschten Karte freizuräumen. In einer Stunde sollen wir es dann nochmal versuchen, dann sollte es gehen. Zwischenzeitlich hat uns die Chefin den Camper erklärt, wie Wasser aufgefüllt wird, Heizung, Generator, Schwarz- und Grauwassertank, Stromanschluss und anderes wurden in ca. 30 min Einweisung erklärt. Das alles stand aber auch noch in dem dicken serienmäßigen Roadbear-Handbuch, falls man mal was vergessen sollte. Gebucht haben wir über SK-Touristik und so zählten  neben der Toilettenchemie-Erstausstattung, Handtücher und Bettwäsche auch Campingstühle und Tisch zu unserer Ausstattung. Das ist nicht immer selbstverständlich wie wir im weiteren Verlauf unserer Reise erfahren sollten.

Die Stunde Wartezeit unserer Bank ist um und voller Erwartung zieht die Chefin die Karte durch, um die geforderten 1000 $ Kaution zu blocken. Leider ohne Erfolg. Scheinbar haben wir eine sehr vertrauenserweckende Ausstrahlung. Die Stations-Chefin machte glücklicher Weise eine Ausnahme und akzeptierte eine unser anderen Karten, die beim ersten Durchziehen auch gleich funktionierte.

Erleichtert rollen wir gegen 15 Uhr auf den Parkplatz des nächstgelegenen Walmarts, um uns für die kommenden 5-6 Tage einzudecken. Es macht durchaus Sinn, sich im Vorfeld über benötigte Vorräte und Mengen Gedanken zu machen, um einerseits weniger zu vergessen und andererseits nicht noch mehr Zeit in Supermärkten zu vergeuden. Es sei denn, man möchte unbedingt im Dunkeln aus der Stadt fahren oder noch eine Nacht in Las Vegas bleiben. Die Größen von Kühlschrank und Eisfach sollten hier auch in die Kaufentscheidungen mit einfließen. Wir irren durch die Regale. Wir müssen auf die Einheimischen wirken wie Menschen die noch nie einen Supermarkt gesehen haben. Das Angebot erschlägt uns förmlich. Trotz relativ guter Vorbereitung brauchen wir für unseren ersten Einkauf im Land der bunten Torten und großen Verpackungen satte zwei Stunden. Zweihundert Dollar leichter geht es nun endlich in Richtung Valley of Fire. Von meinem Plan, heute schon etwas vom Tal des Feuers zu sehen, kann ich mich wohl verabschieden. Es ist bereits 17 Uhr, als wir auf dem Boulder Highway nördlich die ersten Meter machen.

Valley of Fire

Nach ca. 40 Meilen nördlich auf der Interstate 15 biegen wir rechts auf den Valley of Fire– Highway ab und erreichen bald darauf den westlichen Eingang. Die Fee-Station ist nicht besetzt, somit ist selber Zahlen angesagt. Bezahlt wird in den State und Nationalparks Pro Auto, die Gebühr von 10$ für den Valley of Fire State Park reist kein allzu großen Loch in unsere Kasse. Das Geld legt man in einen vorgedruckten Umschlag, den man vorzugsweise vorher ausfüllt. Daten vom Fahrzeug wie Nummernschild, Typ, Land, Anzahl der Erwachsenen und Anzahl der Übernachtungen müssen so gut wie immer eingetragen werden. Zum Schluss wird alles zugeklebt und die Seriennummer des Umschlags abgerissen. Der Zettel mit der Seriennummer wird gut sichtbar an der Frontscheibe des Campers angebracht, er dient der Zuordnung des Fahrzeugs zum entsprechenden Umschlag mit dem Eintritt.

Fee Umschlag

Als Tagesziel müssen wir nun ein Nachtlager finden. Vorzugsweise soll es der Atlatl Rock Campground sein, leider konnte dieser nicht im Vorfeld reserviert werden, da er zu den „first come first served“ Campgrounds gehört, was so viel bedeutet wie, wer zuerst kommt malt zuerst. Wir haben Glück, der freundliche aber etwas verwahrloste Campground-Host hat noch das ein oder andere Plätzchen frei. Wir sollen uns die Site (Platz) anschauen und dann an der Fee Station bezahlen, sagt er. Pro Nacht soll die Site 20$ kosten, dafür bekommen wir einen Platz mit Strom- und Wasseranschluss. Da wir noch nichts gesehen haben und wir nächsten Mittag nicht gleich weiter Richtung Zion wollten, entschließen wir uns gleich noch einen weitere Nacht hier zu bleiben. Für den Zion Nationalpark hatten wir drei Nächte reserviert und schon bezahlt. Die erste Nacht wollten wir flexibel dem Valley of Fire zuschreiben, wenn wir den Camper erst sehr spät übernehmen konnten. Genau so hatte es sich ja nun auch ergeben, und wir sind jetzt froh, diesen Spielraum zu haben. An der Fee Station bedeutet das 40$ für die Übernachtungen und nochmal 10$ Parkeintritt für den zweiten Tag. Den Zettel mit der Seriennummer vom Eingang des Parks legt man einfach als Zahlnachweis in den Umschlag mit hinein, ein verketteter Vorgang sozusagen.Fee Umschlag

 Es ist mittlerweile 18:30 Uhr. Das letzte Sonnenlicht lässt die Felsen um den Atlatl Rock herum in sattem Rot erstrahlen, ein wirklich schöner Platz für einen Campground. Wir nutzen das letzte Licht, um noch ein wenig die nähere Umgebung zu erkunden und uns die Beine zu vertreten. Nach wenigen Minuten ist das Licht bereits weg und wir gehen zurück zum Camper. Die Sachen wollen noch ausgepackt werden und gegessen haben wir auch noch nichts. Gegen 21 Uhr gehen wir geschafft ins Bett und treten unsere erste Nacht im Wohnmobil an.

Reisebericht Südwesten der USA – Tag 1

20.04.2014 – The Arrival

GepäckNach kurzer unruhiger Nacht klingelt der Wecker. Wir haben kaum geschlafen. Lothar ist wie immer schon fertig, als ich mich aus dem Bett quäle. Gegen 4 Uhr morgens brechen wir auf. Das ist sie nun, die von langer Hand geplante Tour durch den Südwesten der USA. Ein kleines Abenteuer soll es werden. Nur wir und das Wohnmobil. Keiner von uns hat Erfahrung, nur Denise und ich waren schon mal in den Staaten. Allerdings nur mit einer geführten Busreise wo wir uns um nichts kümmern müssten. Das hier ist definitiv etwas anderes. Seit Monaten haben wir Bücher gewälzt und einen Reisebericht nach dem anderen verschlungen.

Gestern haben wir versucht Online unsere drei Bordkarten zu drucken. Für uns beide war das kein Problem, für Lothar konnten wir jedoch keine Bordkarte drucken. Nach kurzer Rücksprache mit der Fluglinie hat man uns empfohlen das Problem früh am Schalter zu klären.

Keine volle Stunde mehr bis zum Start und die Schlage ist noch unendlich lang. Ich werde langsam nervös. Die Dame am Schalter schickt uns kurzerhand zu einer Kollegin im Global Service Bereich mit der Auflage, unsere ESTA (Electronic System for Travel Authorization) überprüfen zu lassen. Wir haben vermutlich einen Zahlendreher in unserer Anmeldung. Überprüfen könne man das nicht, nur komplett neu machen, sagt uns die Kollegin am Global Service Bereich. Auf unseren Einwand hin, dass es doch 72 Stunden vorher erfolgen soll, beruhigt sie uns und meint, nur eine von 500 werde mal rausgepickt und genauer untersucht. Sonst hat man in wenigen Sekunden schon die Antwort. So ist es auch, also nochmals 14 Dollar für die neue ESTA-Anmeldung, sowie eine kleine Servicegebühr von 30 Euro und Lothar darf wieder mitfliegen. Wir sind erleichtert.

Nach späterer Recherche im Internet dann die wahrscheinlichste Ursache unserer ESTA Probleme. Beim Eingeben der ESTA Online muss mein Cousin statt einer Null ein O bei der Reisepassnummer getippt haben. Das Innenministerium weißt in einem Flyer darauf hin, dass es Vokale (AEIOU) und bestimmte Buchstaben (BDQS) für die Verwendung gestrichen hat.

http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/374538/publicationFile/17985/epass_d_alphanumerische_seriennummer_flyer.pdf

Schade nur, dass niemand diese „Pass Nr. Gebrauchsanweisung“ kennt, wir jedenfalls nicht, und auch keiner unserer Bekannten. Ist ja auch nicht so wichtig, so etwas ordentlich zu publizieren! Dann liegt es auch auf der Hand, dass bei Eingabe der ESTA mit einem O die Suche mit einer Null keinen Treffer ergibt und somit keine gültige ESTA für den Reisepass vorliegt. Klingt komisch, ist aber so.

Von Frankfurt aus mit dem 380er- Airbus, diversen Movies und zweimal Hühnchen-Pasta-Pampe später landen wir in Houston 13:45 Uhr Ortszeit. Dank einiger Flugänderungen der letzten Monate haben wir nun auch genügend Zeit die Einreiseformalitäten hinter uns zu bringen ohne um unseren Anschlussflug bangen zu müssen. Der erste Flugplan sah hier nur eine Umsteigezeit von 1.40 Stunden vor, was gründlich schief gegangen wäre. Nach zwei Stunden anstehen, verlaufen die Einreiseformalitäten reibungslos. Sicher, für jemanden, der das noch nicht kennt wird das erstmal ungewohnt erscheinen. Von der rechten Hand werden alle Fingerabdrücke genommen und im Anschluss noch ein Foto aufgenommen. Auch Befragungen über den Grund des Aufenthalts, den Beruf oder Verwandtschaftsverhältnisse der Mitreisenden sind üblich. Man sollte hier auf jeden Fall Ruhe bewahren und vor allem Englisch können. Die Einreisebeamten entscheiden letztendlich darüber, ob man einreisen darf oder im nächsten Flieger nach Hause sitzt. Bei uns war es auch kein Problem als kleine Gruppe zum Schalter des Beamten zu gehen. Mit dem Koffer geht es jetzt noch durch den Zoll. Am besten man verzichtet ganz darauf, irgendwelche Lebensmittel einzuführen, da selbst simple Kekse bereits zu Rückfragen führen können.

Nach kurzem Aufenthalt steigen wir in unseren nächsten Flieger der uns weiter nach Las Vegas bringt. Hier hat jeder Sitz einen eigenen TV-Monitor mit Kreditkartenleser. Mittels durchziehen der Karte hat der gewillte Fluggast die Chance, sich den alle 10 Minuten wiederholenden Werbefilmen zu entledigen und Pay-TV zu genießen. Wer nicht zahlt kann hier nur die Augen zumachen. Müde von der langen Reise fällt uns das auch nicht schwer.

Las Vegas

Landeanflug in Las VegasAnkunft um 18:30 Uhr Ortszeit in Las Vegas: In Deutschland ist es jetzt 03:30 Uhr, womit wir die 24 Stunden unserer Reisezeit erreicht haben. Endlich können wir die beengten Flugzeuge verlassen. Für mich fühlt es sich immer an als würde ich neu Laufen lernen müssen wenn man sich aus den schmalen Sitzen herausschält und das erste Blut wieder in die Beine fließt. Las Vegas empfängt uns schon auf dem Flughafen mit viel Bling-Bling und den ersten Spielautomaten.

Die ersten Automaten

Außerhalb des Flughafens warten diverse Taxis auf neue Fahrgäste. In unserem Fall ist es günstiger mit einem Taxi zum Hotel zu fahren als den Hotel-Airport-Shuttle-Service zu nutzen. Das Taxi bezahlt man pro Auto und den Shuttle-Service pro Person. Vorteilhaft ist es, wenn man jetzt schon einen gewissen Bestand an US-Dollars besitzt. Für die Fahrt zum Excalibur sind 15 Dollar zzgl. 2 Dollar Flughafenzuschlag fällig. Rechnet man die in Amerika üblichen 10-15% Trinkgeld hinzu kann man auch gut und gerne 20 Dollar geben. Dafür hat man auch die Möglichkeit, den Taxifahrer mit eventuellen Fragen zu löchern. Ein netter Smalltalk ist manchmal eine feine Sache.

SIM aus dem Automaten

Um gelegentlich mobil telefonieren zu können, bspw. zum Absagen von Campgrounds oder bei Notfällen haben wir uns eine 30 Dollar SIM-Karte aus einem der vielen Automaten gezogen die überall im Hotel standen. Auf der Karte waren 10 Dollar Guthaben enthalten was für unsere Zwecke ausreichend ist. Im Format einer Kreditkarte kommt die SIM aus dem Automaten, den kleinen SIM rausbrechen, Karte in ein Quad-Band fähiges Handy eingestöpselt und los geht’s. Telefonnummer und PIN steht alles auf der Karte, ebenso die etwas knifflige Bedienungsanleitung. Hat man aber das Prinzip einmal verstanden, dass man vor der eigentlichen PIN eine zusätzliche Zahl eintippen muss, ist der weitere Umgang eigentlich kein Problem mehr. Vorausgesetzt man hat auch ausreichend Empfang, was in den abgelegenen National Parks keine Selbstverständlichkeit ist.

Nach erfolgreichem Einchecken im Hotel erkunden wir noch etwas Las Vegas. Der Fußmarsch von den bunten Türmen des Excalibur zu den bekannten Wasserspielen des Bellagio genügt uns dann vorerst, denn die lange Anreise fordert nun endgültig ihren Tribut ein. Nach mehr als 30 Stunden fallen wir nur noch ins Bett.

Excalibur

Paris